• Blick auf die Elbe, Foto: prignitzliebe/Anja Möller

Die Wildnis ruft

Eine Wanderung durch die Auenwildnis

07. September 2025 von Katrin Weber

Eine steife Brise. Ein Deich. Die Elbe. Du bist unterwegs im Norden – von Brandenburg. Nicht nur diese Erkenntnis raubt dir den Atem. In alle Himmelsrichtungen: Natur so weit das Auge reicht.

Die Flusslandschaft am Grünen Band: wundersam wild und artenreich. Alte Eichen, Ulmen und Eschen ragen gen Himmel. Flache Hügel durchziehen das Auenland. Ob Tolkien damals an die Prignitz dachte? Statt Hobbit-Höhle, gibt’s hier Biberbau und Storchennest. Die Faszination bleibt die Gleiche!

Ein Gefühl von Freiheit macht sich in dir breit. Nichts kann dich aufhalten – außer der Blick nach links und rechts. Eine solche Weite hast du nicht erwartet. Und noch bevor die Sonne am Abend die Natur in magisches Licht hüllt, hat die Aue dich in ihren Bann gezogen.

Startpunkt Lenzen: Stelldichein mit der Elbtalaue

Der Duft von frischem Gras weht durchs Fenster. Die Grillen zirpen im Park. Im ahead burghotel beginnt dein Tag. Frühstück auf der Sonnenterrasse. Yoga im Teehaus. Achtsamkeit in der Luft. Körper und Geist sind im Einklang.

Eine Tür weiter: das Besucherzentrum des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe-Brandenburg. In der Ausstellung erwacht die Elbtalaue zum Leben. Im Burgturm geht’s hoch hinaus. Der Flug auf der Wildgans: virtuell. Der Ausblick: eindrucksvoll. Im AuenReich geht’s interaktiv weiter: Alle Sinne sind geschärft. Deine Neugier ist geweckt. Die Wildnis ruft!

Über den alten Deich wanderst du zum Auenblick. Vor dir: eine Naturgewalt. Die Elbe breitet ihre Arme aus und schenkt Flora und Fauna neues Leben. Vom „bösen Ort“ fehlt jede Spur. Wo einst Kapitän*innen die Knie zitterten, herrscht heute Ruhe und Gelassenheit. Über das Wasser hallt der Ruf der Gänse. Auf der Wiesenaue grasen die Liebenthaler Wildlinge. Die Zeit verliert sich im Augenblick. Weile statt Eile ist geboten.   

Mit einem tiefen Atemzug setzen sich die Beine wieder in Bewegung und folgen dem Deich Richtung Horizont.

Grenzerfahrung am Grünen Band

Von Weitem schon erkennbar: der Grenzturm Lenzen. Starr thront der Betonklotz inmitten der sonst so dynamischen Landschaft. Die ehemalige Grenze: nur noch auf Infotafeln für dich greifbar. Am Ende der Wendeltreppe belohnt ein unvergesslicher Ausblick jede Anstrengung. Natur und Geschichte sind längst friedvoll verschmolzen, die finstere Vergangenheit vom Winde verweht. 

Und wieder ist da dieses Gefühl von Freiheit. Von Weite. Von grenzenlosen Möglichkeiten. Mit diesem Eindruck kehrst du zurück zur Burg Lenzen. Schwer sind die Beine, leicht die Gedanken. Zufrieden wandelst du durch den Park und lässt den Tag unter einem Obstbaum ausklingen. Mehr brauchst du nicht! 

Ein Land, viele Möglichkeiten: Entdeckungsreisen der besonderen Art