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  • Atombunker Harnekop, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann Atombunker Harnekop, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

    Besondere Orte: Atombunker Harnekop

    Ein authentischer Ort des Kalten Krieges ist die frühere Kommandozentrale der Nationalen Volksarmee der Deutschen Demokratischen Republik. Einst war er einer der geheimsten Orte der ehemaligen DDR.

    Ein authentischer Ort des Kalten Krieges ist die frühere Kommandozentrale der Nationalen Volksarmee der Deutschen Demokratischen Republik. Einst war er einer der geheimsten Orte der ehemaligen DDR.
    Ort: Werneuchen

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Atombunker Harnekop Gebaut für die Ewigkeit

Er liegt irgendwo nordöstlich von Berlin unter dem märkischen Sandboden. Gut versteckt mitten in einem Wald: der Atombunker Harnekop. Die nächsten größeren Orte wie Werneuchen, Strausberg und Bad Freienwalde sind mehr als 20 Kilometer entfernt. Wer sich dem Bunker nähert, sieht zunächst nur rostige Stacheldrähte und halb verfallene Betonpfeiler. Sie wirken befremdlich und lassen erahnen, dass dieser Ort einst anders genutzt worden war.

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Gut getarnt mitten im Wald

Und dann wird er sichtbar – ein in unterschiedlich dunklen Grüntönen gestrichener Flachbau mit nur zwei Geschossen. Die Tarnung lässt das Gebäude mit dem umgebenen Wald fast eins werden. An dieser Stelle befindet sich unter meterdicken Betonwänden tief unter der Erde die ehemalige Kommandozentrale der Nationalen Volksarmee der DDR, die sich im Kriegsfall hier hin zurückgezogen hätte.

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Atombunker Harnekop Atombunker Harnekop, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Größter Bunker der ehemaligen DDR

Mit seinen rund 25 Hektar Fläche gehörte er zu den größten Bunkern in der DDR. 95 Stufen führen vom Eingang in die Tiefe – vier Etagen insgesamt. Mehrere bis zu 2,5 Tonnen schwere und speziell gesicherte Türen machen den Bunker hermetisch dicht. Hinter diesem Bollwerk befanden sich die Kommando- und Arbeitsbereiche, Sitzungszimmer, Schaltzentralen sowie die Räume für den Minister für Nationale Verteidigung. In der mittleren Etage lagen außerdem die Küche mit der Kantine sowie mehrere Speise-, Schlaf- und Sanitärräume.

Neben der Brunnenanlage mit den Wassertanks gab es mittels Schiffsdiesel-Aggregaten eine eigene Stromversorgung. Erdwärme sorgte zudem in rund 20 Metern Tiefe zu jeder Jahreszeit für konstante zehn bis zwölf Grad Celsius. Schutzbauwerke dieser Art waren so konstruiert, dass selbst bei Kern- oder Chemiewaffeneinsatz mehrere hundert Menschen für etwa 30 Tage Schutz in ihnen hätten finden können.

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Atombunker Harnekop Atombunker Harnekop, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Ein Stück DDR-Geschichte auch für die nachfolgende Generation

Seit 2001 ist das Gebäude ein Denkmal, das besichtigt werden kann. Ein kleiner Förderverein kümmert sich bis heute darum, dass die Geschichte dieses Ortes – das zu den am besten gehüteten Geheimnissen der DDR zählte – an die nachfolgende Generation weitergegeben wird. Offiziell hieß das Bauwerk, das zwischen 1971 und 1976 errichtet worden war, Führungsbunker 01. Zur Tarnung wurde der Bunker aber als Flugwetterstation bezeichnet. Und er war offensichtlich so geheim, dass selbst die Nato bis 1990 geglaubt haben soll, dass sich an dieser Stelle nur ein nicht mehr im Dienst befindlicher Nachrichten-Bunker befunden habe. Die Bundeswehr, die den Bunker Harnekop nach der Wende übernommen hatte, stellte den Betrieb im Juni 1993 ein.

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Atombunker Harnekop Atombunker Harnekop, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

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