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Informationstafel am Eingang zur ehemaligen Disziplinareinheit, Foto: Stadtmuseum Schwedt/Oder, Ursula Dittberner
Informationstafel am Eingang zur ehemaligen Disziplinareinheit, Foto: Stadtmuseum Schwedt/Oder, Ursula Dittberner
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NVA-Militärgefängnis Schwedt

Erinnerungsorte jüngerer deutscher Geschichte
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Allein schon die Erwähnung des Namens „Schwedt“ löste unter Wehrdienstleistenden in der DDR Angst und Schrecken aus. Unter den Soldaten kursierten zahlreiche Gerüchte über die Härte des Strafvollzugs im Militärgefängnis der Nationalen Volksarmee (NVA). Nach Schwedt kam, wer den Befehl verweigert, Vorgesetzte angegriffen, politische Kritik geübt hatte oder sich schlicht nicht in die autoritären militärischen Strukturen einfügen wollte. An den psychischen Folgen der Haftzeit bzw. des Disziplinardienstes im „Armeeknast“ der DDR leiden viele Betroffene noch Jahrzehnte danach.
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Das einzige Militärgefängnis der NVA wurde 1968 eingerichtet und zunächst vom Ministerium des Innern betrieben. In ihm mussten alle von der Militärjustiz verurteilten Armeeangehörigen ihre Haftstrafe verbüßen. Darüber hinaus gab es einen „Strafarrest“ von bis zu drei und später bis zu sechs Monaten. Mit der Übernahme des Gefängnisses durch die NVA 1982 kam der „Dienst in der Disziplinareinheit“ hinzu, der als Bestrafung von den Kommandeuren der NVA-Einheiten ohne Einbeziehung der Gerichte verhängt werden konnte.

Neben insgesamt etwa 800 Strafgefangenen verbüßten bis zum Ende der DDR zusätzlich rund 2.500 Armeeangehörige Disziplinarstrafen in Schwedt. Die Bedingungen für die Inhaftierten waren von schwerer körperlicher Arbeit, militärischem Drill und ständigen Schikanen durch das Wachpersonal geprägt. Der Tagesablauf vom Wecken um 4.00 Uhr morgens bis zur Nachtruhe um 20.00 Uhr war streng durchorganisiert. Während einer Disziplinarstrafe durften die Betroffenen keinen Besuch empfangen. Über das, was sie in Schwedt erlebt hatten, konnten die Insassen nach ihrer Entlassung nicht sprechen. Sie waren per Befehl zum Stillschweigen verurteilt.

Große Teile des Gefängniskomplexes wurden nach 1989 abgerissen. Heute erinnern noch das ehemalige Wachgebäude, das einstige Stabsgebäude und das ehemalige Unterkunftsgebäude der Disziplinarbestraften an den berüchtigten „Armeeknast“. Diese Gebäudeteile stehen unter Denkmalschutz. Die alte Wache und die Mauer mit Wachturm befinden sich im hinteren Teil des Areals. Auf dem Gelände kann ab Juni 2018 die Open-Air-Ausstellung „Spurensicherung DDR-Militärgefängnis" besichtigt werden. Der Verein DDR-Militärgefängnis Schwedt e. V. bietet von März bis Oktober öffentliche Führungen an.

Literatur:

  • Torsten Dressler, Stillgestanden - Blick zur Flamme. Das DDR-Militärstrafgefängnis und die NVA-Disziplinareinheit in Schwedt-Oder von 1968-1990, Berlin/Bonn 2013
  • Rüdiger Wenzke, Ab nach Schwedt! Die Geschichte des DDR-Militärstrafvollzugs, Berlin 2011
  • Paul Brauhnert/Ilja Hübner/Arno Polzin (Hg.), Der DDR-Militärstrafvollzug und die Disziplinareinheit in Schwedt (1968-1990). Zeitzeugen brechen ihr Schweigen, Berlin 2011
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Allein schon die Erwähnung des Namens „Schwedt“ löste unter Wehrdienstleistenden in der DDR Angst und Schrecken aus. Unter den Soldaten kursierten zahlreiche Gerüchte über die Härte des Strafvollzugs im Militärgefängnis der Nationalen Volksarmee (NVA). Nach Schwedt kam, wer den Befehl verweigert, Vorgesetzte angegriffen, politische Kritik geübt hatte oder sich schlicht nicht in die autoritären militärischen Strukturen einfügen wollte. An den psychischen Folgen der Haftzeit bzw. des Disziplinardienstes im „Armeeknast“ der DDR leiden viele Betroffene noch Jahrzehnte danach.
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Das einzige Militärgefängnis der NVA wurde 1968 eingerichtet und zunächst vom Ministerium des Innern betrieben. In ihm mussten alle von der Militärjustiz verurteilten Armeeangehörigen ihre Haftstrafe verbüßen. Darüber hinaus gab es einen „Strafarrest“ von bis zu drei und später bis zu sechs Monaten. Mit der Übernahme des Gefängnisses durch die NVA 1982 kam der „Dienst in der Disziplinareinheit“ hinzu, der als Bestrafung von den Kommandeuren der NVA-Einheiten ohne Einbeziehung der Gerichte verhängt werden konnte.

Neben insgesamt etwa 800 Strafgefangenen verbüßten bis zum Ende der DDR zusätzlich rund 2.500 Armeeangehörige Disziplinarstrafen in Schwedt. Die Bedingungen für die Inhaftierten waren von schwerer körperlicher Arbeit, militärischem Drill und ständigen Schikanen durch das Wachpersonal geprägt. Der Tagesablauf vom Wecken um 4.00 Uhr morgens bis zur Nachtruhe um 20.00 Uhr war streng durchorganisiert. Während einer Disziplinarstrafe durften die Betroffenen keinen Besuch empfangen. Über das, was sie in Schwedt erlebt hatten, konnten die Insassen nach ihrer Entlassung nicht sprechen. Sie waren per Befehl zum Stillschweigen verurteilt.

Große Teile des Gefängniskomplexes wurden nach 1989 abgerissen. Heute erinnern noch das ehemalige Wachgebäude, das einstige Stabsgebäude und das ehemalige Unterkunftsgebäude der Disziplinarbestraften an den berüchtigten „Armeeknast“. Diese Gebäudeteile stehen unter Denkmalschutz. Die alte Wache und die Mauer mit Wachturm befinden sich im hinteren Teil des Areals. Auf dem Gelände kann ab Juni 2018 die Open-Air-Ausstellung „Spurensicherung DDR-Militärgefängnis" besichtigt werden. Der Verein DDR-Militärgefängnis Schwedt e. V. bietet von März bis Oktober öffentliche Führungen an.

Literatur:

  • Torsten Dressler, Stillgestanden - Blick zur Flamme. Das DDR-Militärstrafgefängnis und die NVA-Disziplinareinheit in Schwedt-Oder von 1968-1990, Berlin/Bonn 2013
  • Rüdiger Wenzke, Ab nach Schwedt! Die Geschichte des DDR-Militärstrafvollzugs, Berlin 2011
  • Paul Brauhnert/Ilja Hübner/Arno Polzin (Hg.), Der DDR-Militärstrafvollzug und die Disziplinareinheit in Schwedt (1968-1990). Zeitzeugen brechen ihr Schweigen, Berlin 2011
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