• Abhänge des Welzower Tagebaus, Foto: TMB-Fotoarchiv/Claus-Dieter Steyer Abhänge des Welzower Tagebaus, Foto: TMB-Fotoarchiv/Claus-Dieter Steyer
    Ort: Welzow

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Schaukelnd über Tage Ein Ausflug in den Welzower Tagebau

20. August 2015 von Katja

Das Wort „Mannschaftstransportwagen“ weckte keineswegs auf Anhieb gleich die große Vorfreude. Aber schließlich sollte es an einem schönen Sonnabend nicht in eine der vielen schönen Brandenburger Ecken mit glasklaren Seen, gesunden Wäldern und lieblich herausgeputzten Dörfern gehen, sondern in eine Landschaft voller Umbrüche und buchstäblicher Umwälzungen.

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MTW oder Mannschaftstransportwagen Foto: TMB-Fotoarchiv/Claus-Dieter Steyer

Die Lausitzer Tagebaulandschaft war das Ziel. Allerdings stand diesmal nicht die neu entstehende Seenkette im Mittelpunkt, sondern der aktive Tagebau. Um diesen hautnah erleben zu können, müssen sich die Neugierigen in solche "Mannschaftstransportwagen" (kurz MTW) begeben. Nur solche Lkw mit überdimensionalen Rädern, einem hochbockigem Fahrwerk und einem aufgesetzten Kasten für die Passagiere bewältigen die holprigen Ein- und Ausfahrten in eine Tagebaugrube.

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Genau deshalb hat sich der Bergbautourismusverein Welzow im äußersten Südosten Brandenburgs ein solches Fahrzeug angeschafft. Wie die richtigen Bergleute sitzen die 28 Gäste auf den Bänken und müssen sich schon allein wegen der unruhigen Fahrt über Stock und Stein anschnallen. Doch die leichte Tortur für das Hinterteil lohnt sich.

Ganz nah kommen die Touristen den großen Baggerschaufeln, die pro Sekunden eine Tonne Kohle der Landschaft entreißen. Überall drehen sich Räder, bewegen sich Transportbänder und quietschen Metallteile. Wie ein großer Drache erscheint die 13 600 Tonnen schwere und 600 Meter lange Förderbrücke, die sich auf Schienen wie von Geisterhand ganz langsam fortbewegt.

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Ohne jedes Leben: Noch hat die Rekultivierung hier nicht eingesetzt. Foto: TMB-Fotoarchiv/Claus-Dieter Steyer

An die Fahrt im MTW schließt sich eine kleine Wanderung durch ein Gebiet ohne jede Spur von Leben an. Die Rekultivierung der Landschaft hat hier noch nicht begonnen, sodass selbst anspruchslose Pflanzen ohne Wachstumschance bleiben. Umso mehr überrascht der Hinweis des Touristenführers auf eine grün schimmernde Fläche in der Ferne. "Da wächst der Wein", sagt der Mann geheimnisvoll. Tatsächlich hat hier das Unternehmen Vattenfall auf einer 21 000 Quadratmeter großen Fläche mehr als 4 000 Rebstöcke auf einem aufgeschütteten Untergrund in die Erde gebracht. Die erste Lese des Brandenburger Landweins sei zufriedenstellend ausgefallen.

Vielleicht können sich Touristen in Welzow bald selbst bei einer Kostprobe ein eigenes Bild von der Qualität machen. Vorerst stehen auf dem Tisch für den Imbiss im Bergbaugebiet ganz gewöhnliche Getränke. Nach einer kurzen Rast wird schon zum Aufbruch gerufen. Ein letztes Mal schaukelt der Mannschaftstransportwagen die Touristen so richtig durcheinander.

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Das muss man in Welzow erleben


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