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        Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann Besucherbergwerk F 60, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann
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     Pressemeldungen, Veröffentlichungen und aktuelle Themem

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Raus aus der Stadt, rein ins Abenteuer Industriekultur: Fünf Ausflüge ins Berliner Umland

Unter dem Titel „Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Bewegung“ der Initiative Kulturland Brandenburg laden Brandenburger Industriekulturorte Berliner Familien im Sommer zur Spurensuche ein.

Senftenberg, 6. Juli 2021 (tpr) – Berlin wurde aus dem Kahn erbaut, sagt man. Und tatsächlich, ohne Ziegel, Kohle, Glas, Gusseisen und viele weitere Ressourcen aus dem Umland hätte es den Boom der Hauptstadt nicht gegeben. In den Ferien und darüber hinaus können Familien aus Berlin den Weg der Materialien zurückverfolgen – bis zu spannenden und authentischen Industriekulturorten auf dem Lande. Fünf Ideen für lehr- und erlebnisreiche Ausflüge.

Kalkstein für das Brandenburger Tor: Museumspark Rüdersdorf

Olympiastadion, Brandenburger Tor und Berliner Dom haben eines gemeinsam: Sie alle wurden mit Kalkstein aus Rüdersdorf gebaut. Schon seit 765 Jahren wird das begehrte Baumaterial hier, im Osten der Hauptstadt, gebrochen und verarbeitet. Noch heute verlassen jedes Jahr über zwei Millionen Tonnen Zement den Ort. Der Museumspark Rüdersdorf verknüpft Vergangenheit mit Gegenwart. Familien können in Ausstellungen und Mitmachangeboten nicht nur in die Industriegeschichte eintauchen, sondern auch einen Blick in den aktiven Kalksteintagebau werfen.

Einen Überblick über das 17 Hektar große Gelände mit Kammer- und Rumfordöfen und der markanten „Kathedrale des Kalks“ erhalten kleine und große Besucher bei einer zweistündigen Familienführung. Alternativ können Familien auch an geologischen Führungen in den aktiven Tagebau teilnehmen und hier sogar nach Fossilien suchen. Denn vor 250 Millionen Jahren war die Region noch Meeresgrund. Davon erzählt das Gestein mit zahlreichen spannenden Einschlüssen.

Veranstaltungstipp: Vom 10. bis 11. Juli feiert der Museumspark Rüdersdorf ein Sommerfest mit Bogenschießen, Stempelstationen und Kinderbühnenprogramm.

Anreise aus Berlin: mit S3 bis Friedrichshagen, dann bis Rüdersdorf – Heinitzstraße oder mit dem RE bis Erkner, dann Bus 950 bis Rüdersdorf – Marktplatz

www.museumspark.de

Lampenschirme für Berlin: Baruther Glashütte

Die Lichter der Großstadt schimmerten einst durch Gläser aus der Provinz. Als Berlin sich Anfang des 20. Jahrhunderts zur Elektropolis wandelte, spielten die eleganten Milch- und Schleifglaslampenschirme aus Baruth, etwa 60 Kilometer südlich der Hauptstadt, eine wichtige Rolle. Heute befindet sich hier mit einem denkmalgeschützten Gebäudeensemble umgeben von Wald der „schönste Glasmacherort Europas“.

Im Glasstudio können Besucher erleben, wie mit Pfeife und anderen einfachen Werkzeugen Glas geformt wird. In weiteren Ateliers bieten Kunsthandwerker auf Voranmeldung Mitmachkurse im Seife gießen, Töpfern und Filzen. Im Hüttenbahnhof beschäftigt sich noch bis 22. August eine Sonderausstellung anlässlich des Kulturland-Themenjahres „Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Bewegung“ mit den Werksiedlungen in Brandenburg. Für ein Wochenende oder Kurzurlaub bieten Gastgeber vor Ort originelle Übernachtungsmöglichkeiten wie die Museumsherberge in der Alten Schule.

Anreise aus Berlin: mit RE 5 bis Klasdorf

museumsdorf-glashuette.de

Ziegel für Prenzlauer Berg: Ziegeleipark Mildenberg

Es war ein Glücksfall für Berlin zur Gründerzeit: 50 Kilometer nördlich der Stadt stießen Arbeiter beim Bau von Gleisen auf Tonlagerstätten. Schnell entwickelte sich Zehdenick zu Europas größtem Ziegeleirevier. Lastkähne brachten die Ziegel kontinuierlich in die wachsende Metropole mit ihrem schier unstillbaren Hunger nach Baumaterialien. Ganze Stadtteile wie Prenzlauer Berg oder Straßenzüge wie die Karl-Marx-Allee wurden aus Mildenberger Ton gebaut.

Am Originalschauplatz in idyllischer Umgebung an der Havel erzählt der Ziegeleipark Mildenberg dieses Kapitel regionaler Industriegeschichte. Begehbare Ringöfen und Maschinenhallen verdeutlichen die Größenordnung der einstigen Produktion. Kinder können an Mitmachstationen selbst kurbeln, stapeln oder bauen und sich im Ziegelstreichen probieren. Highlight ist das Fahren mit der Feldbahn durch den Park. In den Ferien dürfen Kinder sogar einen Ziegeleibahn-Führerschein ablegen.

Anreise aus Berlin: mit RE5 bis Gransee, weiter mit dem Bus 854 oder RB12 bis Zehdenick, weiter mit Bus 838.

www.ziegeleipark.de

Hüte für Berliner: Stadt- und Industriemuseum Guben

Zylinder, Wollfilzhut oder Vigu: In der deutsch-polnischen Zwillingsstadt Guben-Gubin an der Neiße lässt sich die Geschichte der Hutherstellung nachverfolgen. Vor dem Zweiten Weltkrieg war Guben das Zentrum der europäischen Hutindustrie. In den 1920er Jahren gab es elf Hutfabriken, sieben Hutformenfabriken, zwei Maschinenfabriken und ein Hutstoffwerk. 7000 Menschen fanden hier Lohn und Brot. Gubener Kopfbedeckungen gingen in die ganze Welt, vor allem aber nach Berlin.

Zur Legende wurde der von Erich Honecker geschätzte Vigu-Hut. Das Stadt- und Industriemuseum in der ehemaligen Hutfabrik Wilke zeigt den imposanten Formstempel, mit dem der vollsynthetische Hut einst hergestellt wurde. Mit diesem und weiteren Exponaten erzählt es die Erfolgsgeschichte Gubens. In einer echten und einer virtuellen Hutprobierstation können sich Gäste Hüte aufsetzen. Mit Hilfe von VR-Brillen tauchen sie digital in die Werkstätten der Hutmacher ein. Kinder können an einer Musemsrallye teilnehmen und Fragen zur Hutgeschichte beantworten.

Anreise aus Berlin: mit der Regionalbahn bis Guben, dann 15 Minuten Fußweg

www.museen-guben.de

Moderne Landwirtschaft anno 1866: Landgut Stober

Klimatisierter Kuhstall, dampfbetriebene Feldbahnen, Kartoffelgarautomat: Auf seinem Landgut am Groß Behnitzer See realisierte Albert Borsig im 19. Jahrhundert seine Vision vom technisierten Agrarbetrieb der Zukunft. Erworben hatte der Unternehmer das heruntergekommene Anwesen, um die Arbeiter in seinen Fabriken mit gesundem Essen aus eigener Herstellung zu versorgen. Zu ihnen zählte die Maschinenbauanstalt der Familie Borsig im legendären „Feuerland“ in der Oranienburger Vorstadt, dem größten Lokomotivwerk in Europa.

Heute ist das Landgut ein friedvoller Ort für die kleine Auszeit vor den Toren der Stadt. Seit 2000 befindet sich in den historischen Backsteinbauten Brandenburgs erstes biozertifiziertes Hotel, das Landgut Stober. Hotelier Michael Stober führt Gäste gern persönlich durch die Backsteingebäude. In der historischen Brennerei wartet die Dampfmaschine „Dicke Bertha“ auf Besuch. Die Ausstellung „Landgut Stober und der Kreisauer Kreis“ informiert über die Verbindungen zwischen Borsig, Berlin und Brandenburg.

Arrangement: „Wohlfühlzeit“ für Familien buchbar vom 1.Juli bis 31. August. Es beinhaltet fünf Übernachtungen in einer Suite inklusive Bio-Frühstück, 3-Gang-Abendmenü und Picknickkorb am Anreisetag.

Anreise: mit der Regionalbahn bis Bahnhof Nauen, dann Bus 660 bis Groß Behnitz/Landgut Stober www.landgut-stober.de

Die vorgestellten Ausflugsziele sind Teil des Touristisches Netzwerk Industriekultur in Brandenburg. Weitere Informationen über die Industriekulturstätten in Brandenburg und entlang der ENERGIE-Route Lausitzer Industriekultur bietet die Website www.industriekultur-brandenburg.de

 

Herausgeber:
Tourismusverband Lausitzer Seenland e. V.
Touristisches Netzwerk Industriekultur in Brandenburg
Am Stadthafen 2
01968 Senftenberg
Pressekontakt: Sindy Brandt, Projektkoordinatorin
info@industriekultur-brandenburg.de

Über Touristisches Netzwerk Industriekultur in Brandenburg:

Das Touristische Netzwerk Industriekultur in Brandenburg (www.industriekultur-brandenburg.de) setzt sich seit 2017 für den tourismusfachlichen Austausch der bedeutendsten Industriekulturorte im Bundesland ein, organisiert gemeinsame Marketingmaßnahmen und knüpft Kooperationen mit touristischen Partnern.

Aktuell gehören zum Netzwerk: „Alte Ölmühle“ Wittenberge, Brandenburgisches Textilmuseum Forst (Lausitz), Landgut Stober, Kunstgussmuseum Lauchhammer, Museumsdorf Baruther Glashütte, Museumspark Rüdersdorf, Neue Energien Forum Feldheim, Optikpark Rathenow, Schiffshebewerk Niederfinow, Sender- und Funktechnikmuseum Königs Wusterhausen, Stadtmuseum „Alte Burg“ Wittenberge, Stadt- und Industriemuseum Guben, Schwartzkopff-Siedlung mit ehemaligen Werksgelände in Wildau, Ziegeleipark Mildenberg und ZCOM Zuse-Computer-Museum Hoyerswerda.

Ebenfalls Mitglied des Netzwerkes ist die ENERGIE-Route der Lausitzer Industriekultur mit ihren Stationen Besucherbergwerk F60, IBA-Terrassen – Besucherzentrum Lausitzer Seenland, Sächsisches Industriemuseum Energiefabrik Knappenrode, Brandenburgisches Landesmuseum für Moderne Kunst im Dieselkraftwerk Cottbus, Technisches Denkmal Brikettfabrik Louise, Erlebnis-Kraftwerk-Plessa, Biotürme Lauchhammer, Gartenstadt Marga, Elektroporzellanmuseum Margarethenhütte Großdubrau.

 

 

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Ziegel streichen, Kohle stapeln, mit Computern sprechen: In den Sommerferien Industriekultur erleben

Unter dem Motto des Kulturland-Themenjahres „Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Bewegung“ laden Industriekulturorte in Brandenburg und Sachsen Familien zur Begegnung mit oftmals fremden Welten ein.

Senftenberg, 22. Juni 2021 (tpr) – Wo einst Tagebaubagger Kohle räumten, glitzern heute friedvolle Seen. Die Schlote vieler Fabriken rauchen nicht mehr. Stoffe und Hüte kommen aus Fernost. Der Strukturwandel in Sachsen und Brandenburg ist auch ein Kulturwandel. Mit der Industrie sind die damit verbundenen Identitäten verschwunden. Doch Museen halten an authentischen Orten Zeitfenster in die Vergangenheit der Arbeit offen. Für Kinder ist es faszinierend, in diese fremden Welten vorzustoßen. Die Sommerferien bieten mit vielfältigen Mitmachangeboten die perfekte Gelegenheit dafür.

Ziegeleipark Mildenberg: Ziegel formen und Lokomotive steuern

Berlin ist aus Brandenburg gebaut: An kaum einem Ort wird das deutlicher als in der Zehdenicker Tonstichlandschaft, 60 Kilometer nördlich der Metropole. Der Ton aus der Region wurde zu Ziegeln gebrannt, die zum Großteil in Berlin verbaut wurden. Heute ist Europas größtes Ziegeleirevier ein Abenteuerland für Familien. Der Ziegeleipark Mildenberg an der Havel ist Industriemuseum und Erlebnispark zugleich. Hier wird in multimedialen Ausstellungen die Geschichte der Zehdenicker Ziegelindustrie erklärt. Dabei erhalten Familien Einblicke in authentische Ringöfen, eine Schmiede sowie eine Zieglerkaserne.

Für Kinder gibt es drei verschiedene individuelle Rätseltouren: Kinder ab sechs Jahren sind eingeladen die geheimen Zeichen des Ziegelmeisters Eugenius Zacharias während einer Schatzsuche zu entschlüsseln. Kinder ab neun Jahren begeben sich auf Entdeckertour durch den Ziegeleipark. Teenager können eine knifflige GPS-Rallye absolvieren.

Mitmachen ist im Ziegeleipark ausdrücklich erwünscht: Im Trockenschuppen dürfen sich Familien selbst im Ziegelstreichen ausprobieren. Höhepunkt in den Sommerferien vom 1. Juli bis 31. August ist die Möglichkeit, einen Ziegeleibahn-Führerschein zu absolvieren. Auf Anmeldung dürfen Kinder ab 1,30 Meter Körpergröße montags bis freitags zwischen 11 und 16 Uhr selbst eine Diesellok steuern.

Erlebnisse für Eisenbahnfans sind die 45-minütige Fahrt mit der Feldbahn durch den Ziegeleipark sowie die 75-minütige Fahrt mit der Tonlorenbahn in den Naturpark Uckermärkische Seen. Alternativ können Familien die Landschaft mit dem Boot erkunden. An der Marina Alter Hafen werden Motorboote und Kanus vermietet, am Neuen Hafen auch Hausboote. Übernachtet werden kann im Gasthaus & Pension Alter Hafen oder auf dem Campingplatz.

www.ziegeleipark.de

Brikettfabrik Louise Domsdorf: Kohle stapeln wie die Bergleute

Wie unter Qualm und Dampf schon vor mehr als 100 Jahren aus Braunkohle Briketts gepresst wurden, zeigt die Brikettfabrik Louise im brandenburgischen Domsdorf, zwei Stunden südlich von Berlin. Sie gilt als die älteste Brikettfabrik in Europa, 1882 wurde sie in Betrieb genommen. Teller- und Röhrentrockner, Schleudermühle und Stachelwalzenbrecher funktionieren noch immer.

Familien können zwischen zwei Touren wählen: Bei der 45-minütigen Führung „Louise in den Bauch geschaut“ entdecken Kinder die Brikettfabrik mit allen Sinnen. Bei der 20-minütigen Schnuppertour „Ins Pressehaus geguckt“ erhalten sie einen kurzen Einblick in die Fabrikgeschichte und sehen die Brikettpresse in Aktion.

Veranstaltungstipp: Am 4. Juli lädt die Brikettfabrik unter dem Motto „Alles unter Dampf“ zum Erlebnistag ein. 14 Maschinen sind in Betrieb zu erleben, jede halbe Stunde gibt es eine Führung. Kinder können sich im Kohle stapeln ausprobieren, Lokomotivdruck-T-Shirts gestalten oder mit der Feuerwehr Wasser auf Zielscheiben spritzen.

Stadt- und Industriemuseum Guben: Besuch in der virtuellen Hutmacherwerkstatt

Guben als Zentrum der europäischen Hutindustrie? Auch das ist eine spannende und fast vergessene Geschichte. Erzählt wird sie im Stadt- und Industriemuseum der deutsch-polnischen Doppelstadt Guben-Gubin zwei Stunden südöstlich von Berlin. Sie beginnt mit Carl Gottlob Wilke der 1854 hier in seiner Fabrik den ersten witterungsfesten und formbeständigen Wollfilzhut herstellte.

Museumsbesucher finden die Informationen passend zum Thema unter 14 von der Decke hängenden Ausstellungshauben. Höhepunkte sind eine echte und eine virtuelle Hutprobierstation sowie eine virtuelle Werkstatt eines Handwerksmeisters, dem Besucher mittels VR-Brillen beim Herstellen eines Hutes zuschauen können.

In den Sommerferien dürfen Kinder bei der Museumsrallye die Hauben auf eigene Faust erkunden und Fragen zur Hutgeschichte lösen. An der Hutprobierstation können verschiedene Hüte aufgesetzt und fotografisch festgehalten werden. Einen Besuch im Museum können Familien mit einer Bootstour auf der Neiße oder einer Fahrradtour auf dem Oder-Neiße-Radweg verbinden, die über den Marketing und Tourismusverein Guben e.V. gebucht werden können. www.museen-guben.de

ZCOM Zuse-Computer-Museum Hoyerswerda: Mit Bausteinen programmieren

Einen faszinierenden Blick in die Urzeit der Computertechnik bietet das ZCOM Zuse-Computer-Museum im sächsischen Hoyerswerda. Auf 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche können Kinder und Erwachsene den Weg von den ersten tonnenschweren Rechenmaschinen bis ins heutige Digitalzeitalter nachvollziehen.

Interaktive Stationen machen die abstrakte Welt der Informationstechnik lebendig: So zeichnet der programmierbare Plotter Muster und Striche auf Papier, sobald Bausteine auf die Programmieroberfläche eines Tisches angeordnet werden. Der gläserne Mensch „Memo“, eine Kunstinstallation, spricht mit den Besuchern und sammelt ihre Erinnerungen.

Für Kinder ab der zweiten Klasse steht ein Museumsrallyeheft zur Verfügung. Dabei müssen verschiedene Aufgaben und Rätsel im Museum gelöst werden. Geburtstagskinder zwischen acht und zwölf Jahren können sich im Code-hacken ausprobieren. Dafür kann ein Museumskoffer mit Aufgaben und Materialien ausgeliehen werden. Auf Voranmeldung werden in den Sommerferien zudem Familienführungen angeboten.

www.zuse-computer-museum.com

Der Ziegeleipark Mildenberg, die Brikettfabrik Louise, das Stadt- und Industriemuseum Guben und das ZCOM Zuse-Computer-Museum sind Teil des Touristisches Netzwerk Industriekultur in Brandenburg. Weitere Informationen über die Industriekulturstätten in Brandenburg und entlang der ENERGIE-Route Lausitzer Industriekultur bietet die Website www.industriekultur-brandenburg.de ■

 

Herausgeber: Tourismusverband Lausitzer Seenland e. V.
Touristisches Netzwerk Industriekultur in Brandenburg
Am Stadthafen 2 01968 Senftenberg
Pressekontakt: Sindy Brandt, Projektkoordinatorin
info@industriekultur-brandenburg.de

Über Touristisches Netzwerk Industriekultur in Brandenburg: Das Touristische Netzwerk Industriekultur in Brandenburg (www.industriekultur-brandenburg.de) setzt sich seit 2017 für den tourismusfachlichen Austausch der bedeutendsten Industriekulturorte im Bundesland ein, organisiert gemeinsame Marketingmaßnahmen und knüpft Kooperationen mit touristischen Partnern. Aktuell gehören zum Netzwerk: „Alte Ölmühle“ Wittenberge, Brandenburgisches Textilmuseum Forst (Lausitz), Landgut Stober, Kunstgussmuseum Lauchhammer, Museumsdorf Baruther Glashütte, Museumspark Rüdersdorf, Neue Energien Forum Feldheim, Optikpark Rathenow, Schiffshebewerk Niederfinow, Sender- und Funktechnikmuseum Königs Wusterhausen, Stadtmuseum „Alte Burg“ Wittenberge, Stadt- und Industriemuseum Guben, Schwartzkopff-Siedlung mit ehemaligen Werksgelände in Wildau, Ziegeleipark Mildenberg und ZCOM Zuse-Computer-Museum Hoyerswerda.

Ebenfalls Mitglied des Netzwerkes ist die ENERGIE-Route der Lausitzer Industriekultur mit ihren Stationen Besucherbergwerk F60, IBA-Terrassen – Besucherzentrum Lausitzer Seenland, Sächsisches Industriemuseum Energiefabrik Knappenrode, Brandenburgisches Landesmuseum für Moderne Kunst im Dieselkraftwerk Cottbus, Technisches Denkmal Brikettfabrik Louise, Erlebnis-Kraftwerk-Plessa, Biotürme Lauchhammer, Gartenstadt Marga, Elektroporzellanmuseum Margarethenhütte Großdubrau.

 

 

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Tourentipps zum Themenjahr: Brandenburgs Industriekultur per Rad entdecken

Unter dem Motto „Zukunft der Vergangenheit“ lenkt Brandenburg in diesem Jahr den Blick auf sein reiches Erbe an faszinierenden Relikten des Industriezeitalters. Dieser Schatz lässt sich auch per Fahrrad wunderbar entdecken.

Senftenberg, 16. Februar 2021 (tpr) – Brandenburg hat sich in den letzten 200 Jahren zweimal neu erfunden: Mit der industriellen Revolution wandelte sich die ländliche Provinz zum Industriestandort. Insbesondere die boomende Metropole Berlin war ein schier unersättlicher Abnehmer von Briketts, Strom, Ziegeln, Glas, Lampen, Hüten, Lebensmitteln und vielen weiteren Produkten aus dem Umland. Dann kamen zwei Weltkriege, die DDR-Zeit, die Wende. Die große Ära der Industrie in Brandenburg ist vorbei und auch das Ende der Kohleverstromung besiegelt. Wo einst gewaltige Tagebaue klafften, glitzern schon heute Seen in der Sonne. Doch man findet sie noch, die eindrucksvollen Relikte vergangener Tage: gigantische Tagebaumaschinen, verlassene Fabriken, historische Maschinenparks.

Es sind die Highlights entlang besonderer Fahrradtouren durch das Bundesland. Anlässlich des bevorstehenden Themenjahres „Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Brandenburg“ stellt das Touristische Netzwerk Industriekultur in Brandenburg die fünf schönsten vor.

Tourentipp 1: Durch das Zentrum der Ziegelproduktion

Vom Kloster in die Tonstichlandschaft, vom Ziegeleipark in den Barfußwald, vom Naturpark- ins Glasmacherhaus: Die Tour von Zehdenick nach Fürstenberg an der Havel steckt voller Erlebnisse. Radfahrer sollten sich einen Tag Zeit für die 54 Kilometer nehmen. Start der Tour durch das einstige Zentrum der europäischen Ziegelproduktion ist in der Havelstadt Zehdenick. Lohnend ist ein kurzer Abstecher zum Zisterzienserkloster aus dem 13. Jahrhundert. Im Anschluss folgt man dem Radfernweg Berlin-Kopenhagen bis Dannenwalde durch einen einzigartigen Naturraum: die Zehdenick-Mildenberger Tonstiche. Einst wurde hier Ton abgebaut, heute bieten die Seen Biber, Fischotter und Rotbauchunke einen neuen Lebensraum und Radfahrern eine willkommene Abkühlung.

Höhepunkt der Tour ist der Ziegeleipark Mildenberg. 100 Jahre lang, bis 1989, brannten Wanderarbeiter aus dem Ton der Umgebung Ziegel und verschifften sie per Lastkahn ins stetig wachsende Berlin. Seit 1997 ist der Park ein Industriemuseum mit multimedialen Ausstellungen, begehbaren Ringöfen, Werkstätten und einem Museumshafen. Radler sollten dafür unbedingt einen längeren Aufenthalt einplanen. Anschließend schwingen sie sich wieder auf das Rad. Nach zwölf Kilometern erreichen sie den Barfußpfad in Dannenwalde und können über Ziegel, Ton und Schienen laufen. In Menz empfiehlt sich ein Besuch im Naturparkhaus Stechlin, das in einer Erlebnisausstellung über die Lebensräume Wald, Wasser und Moor informiert. Seite 2 von 5 Kurz darauf ist Neuglobsow am Stechlinsee mit dem Glasmacherhaus erreicht. Der Stechlinsee ist Norddeutschlands größter Klarwassersee. Ziel der Tour ist die Wasserstadt Fürstenberg, malerisch umgeben von drei Seen und auf drei Inseln liegend.

Kurz darauf ist Neuglobsow am Stechlinsee mit dem Glasmacherhaus erreicht. Der Stechlinsee ist Norddeutschlands größter Klarwassersee. Ziel der Tour ist die Wasserstadt Fürstenberg, malerisch umgeben von drei Seen und auf drei Inseln liegend.

Entdecker-Tour Nr. 12 Von Zehdenick über den Ziegeleipark Mildenberg bis nach Fürstenberg an der Havel Länge: 54 Kilometer Dauer: 8 Stunden mit Besichtigungen Schwierigkeit: mittel

Tourentipp 2: Rund um das Nähmaschinenwerk Wittenberge

Schwarze, edle Nähmaschinen von Singer machten Wittenberge, 150 Kilometer nordwestlich von Berlin, Anfang des 20. Jahrhunderts europaweit bekannt. Auf einer zwölf Kilometer langen Tour durch die Stadt an der Elbe begeben sich Radfahrer auf die Spuren der Nähmaschinenproduktion und der Industriegeschichte. Die Tour startet am 1846 im klassizistischen Stil erbauten Bahnhofsgebäude. Seine Größe – es ist der größte Bahnhof zwischen Berlin und Hamburg – erinnert an die Bedeutung, die der Verkehrsknotenpunkt einst hatte. Nur wenige Meter entfernt zeigt der Historische Lokschuppen, Brandenburgs größtes Eisenbahnmuseum, alte Dampf- und Dieselloks.

Schon bald gelangen Radfahrer an das historische Tor 1 des Nähmaschinenwerkes und den über 49 Meter hohen Uhrenturm, das Wahrzeichen der Stadt. 1903 legte der amerikanische Singer-Konzern hier den Grundstein für eine knapp 90 Jahre währende Erfolgsgeschichte. Mehr als sieben Millionen Nähmaschinen verließen in dieser Zeit das Werk. Der Uhrenturm und das später auf der Tour erreichbare Stadtmuseum „Alte Burg“ beherbergen eine wertvolle Sammlung historischer Nähmaschinen. Die Ausstellungen erzählen von der Geschichte des Werkes und vom Leben und Arbeiten der Angestellten.

Einblicke in die Industriegeschichte bieten zudem die Freiluftausstellung im ehemaligen Zellstoff- und Zellwollewerk, die zum Hotel und Restaurant umgebaute alte Ölmühle sowie eine denkmalgeschützte Slipanlage für Wasserfahrzeuge.

Entdecker-Tour Nr. 22 Rund um das Stadtmuseum „Alte Burg“ in Wittenberge Länge: 12 Kilometer Dauer: 5 Stunden mit Besichtigungen Schwierigkeit: einfach

 

Tourentipp 3: Auf den Spuren der Großindustriellenfamilie Borsig

Der Berliner Unternehmer August Borsig erkannte früh die Zeichen seiner Zeit und setzte auf Lokomotivbau. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts avancierte seine Maschinenbauanstalt zu den größten Lokomotivfabriken Europas. Eine zweitägige Entdeckertour führt per Fahrrad, Zug und zu Fuß zu den einstigen Werkshallen ins Seite 3 von 5 „Feuerland“ von Berlin, zum Landgut Stober am Groß Behnitzer See und zum ehemaligen Betriebsgelände in Tegel.

Startpunkt ist das Deutsche Technikmuseum in Berlin-Kreuzberg, das unter anderem einen Lokomotiv-Nachbau zeigt, der nach dem Vorbild der ersten Borsig-Lokomotive gefertigt wurde. Weiter geht es nach Berlin-Mitte. In der Chausseestraße in der Nähe des Oranienburger Tores erinnert eine Gedenktafel an das „Feuerland“: Hier rauchten im 19. Jahrhundert zahlreiche Schornsteine der Maschinenbauindustrie, auch die von August Borsig.

Ab Berlin Hauptbahnhof bringt die Regionalbahn Rad und Fahrer in die Stadt Nauen im Havelland. Von dort sind es neun Kilometer bis zum Landgut Stober. Albert Borsig, Sohn des Firmengründers, ließ ab 1866 ein heruntergekommenes Herrenhaus zum landwirtschaftlichen Mustergut mit modernsten Technologien ausbauen, um seine Werkskantinen mit Lebensmitteln zu versorgen. Heute befindet sich hier ein modernes Tagungshotel mit Ausstellungen, Restaurant und Weinstube. Nach der Übernachtung im Hotel steigen Gäste wieder auf das Fahrrad und radeln zurück zum Bahnhof Nauen. Mit Zug und U-Bahn fahren sie im Anschluss zu den ehemaligen Borsigwerken in Tegel, die heute ein Einkaufszentrum sind.

Entdecker-Tour Nr. 14 Von Berlin zum Landgut Stober Länge Tag 1: 18 Kilometer, Länge Tag 2: 14 Kilometer Dauer Tag 1: 8 Stunden mit Besichtigungen, Tag 2: 5,5 Stunden Schwierigkeit: einfach

 

Tourentipp 4: Rund um die Brikettfabrik Louise

Ab und zu setzen sich die Maschinen in der Brikettfabrik Louise noch einmal in Bewegung. Dann rütteln Siebe, quietschen Rührschaufeln und das Schwungrad der ältesten Presse summt wie einst seine sonderbare Melodie. Zwischen 1882 und 1991 haben die Gerätschaften fast durchgängig gearbeitet. Heute erwacht der betagte Maschinenpark nur noch für Führungen kurz zum Leben.

Die Louise, idyllisch inmitten grüner Wälder zwischen Bad Liebenwerda und Doberlug-Kirchhain, direkt am Fürst-Pückler-Radweg gelegen, ist die älteste Brikettfabrik Europas und ein faszinierendes technisches Denkmal. Hier beginnt und endet eine leichte, 26 Kilometer lange familienfreundliche Radrundtour. Auf Rad- und Waldwegen sowie wenig befahrenen Landstraßen folgt man dem Weg der Kohle: von der Entstehung bis zur Verarbeitung zum Brennstoff. Wie Braunkohle vor vielen Millionen Jahren entstanden ist, erklärt die Ausstellung Elster-Natoureum in Maasdorf. Wo die Kohle für die Louise gefördert wurde, sieht man vom sechs Meter hohen Aussichtsturm an der Kohlebahntrasse bei Domsdorf, der einen ehemaligen Tagebau überblickt. Hier haben Wind und Regen aus dem sandigen Boden bizarre Canyons geformt. In der Louise, schließlich, lernt man, wie Rohbraunkohle zu Briketts verarbeitet wurde.

Entdecker-Tour Nr. 5 Rund um die Brikettfabrik Louise Länge: 26 Kilometer Dauer: 6 Stunden mit Besichtigungen Schwierigkeit: einfach

 

Tourentipp 5: Durch die Gartenstadt Marga und um den Senftenberger See

Georg Gottlob Schumann war schon Anfang des 20. Jahrhundert ein fortschrittlicher Manager, der sich um das Wohl seiner Arbeiter sorgte. Der Generaldirektor der Ilse-Bergbau AG führte eine Pensionskasse und Sonderzuwendungen ein. Zwischen 1907 und 1915 ließ er ganz in der Nähe der Brikettfabrik und des Tagebaus eine Gartenstadt im Stil der Dresdner Reformarchitektur und des Jugendstils erbauen. In die Häuser und Villen mit Gärten zogen Arbeiter und Beamte seines Unternehmens ein. Als Erinnerung an seine jung verstorbene Tochter nannte er die Werkssiedlung „Marga“. Auf einer 23 Kilometer langen Tour erkunden Radfahrer die Gartenstadt Marga und den Senftenberger See, der einst Tagebau war und heute mit Sandstränden und einem Hafen ein beliebtes Naherholungsziel ist. Empfehlenswert ist der Besuch der Dauerausstellung zur Gartenstadt sowie die Begegnungsstätte und Galerie Marga. Die unter Denkmalschutz stehende Kraftwerkszentrale und das Zechenhaus erinnern an die industrielle Zeit. Im Museum Schloss und Festung Senftenberg kann man sich an den Schreibtisch von Georg Gottlob Schumann setzen.

Entdecker-Tour Nr. 10 Rund um die Gartenstadt Marga Länge: 23 Kilometer Dauer: 4,5 Stunden mit Besichtigungen Schwierigkeit: einfach

 

Entdeckertouren in der Lausitz

150 Jahre prägte der Braunkohlebergbau das Leben der Menschen in der Lausitz. Wie genau, das erfahren Radfahrer auf weiteren Entdeckertouren im Lausitzer Seenland. Lohnend ist die 30 Kilometer lange Tour um die Biotürme in Lauchhammer, die 25 Kilometer lange Tour um das Besucherbergwerk F60 und den Bergheider See sowie die 22 Kilometer lange Radtour um die IBA-Terrassen am Großräschener See.

Download der Entdeckertouren

Die vorgestellten sowie alle weiteren Rad- und Wandertouren des Touristischen Netzwerks Industriekultur in Brandenburg können unter www.reiseland-brandenburg.de/entdecktindustriekultur heruntergeladen werden. Die Reiseführer bieten Anregungen für einen Tagesausflug inklusive Kartenmaterial und Tipps zu Unterkünften sowie Restaurants.

Weitere Informationen über die Industriekulturstätten in Brandenburg und entlang der ENERGIE-Route Lausitzer Industriekultur bietet die Website www.industriekultur-brandenburg.de

Herausgeber:
Tourismusverband Lausitzer Seenland e. V.
Touristisches Netzwerk Industriekultur in Brandenburg
Am Stadthafen 2 01968 Senftenberg

Pressekontakt: Sindy Brandt, Projektkoordinatorin
Mobil +49 1520 620 76 14
info@industriekultur-brandenburg.de

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Das Touristische Netzwerk Industriekultur in Brandenburg (www.industriekultur-brandenburg.de) setzt sich seit 2017 für den tourismusfachlichen Austausch der bedeutendsten Industriekulturorte im Bundesland ein, organisiert gemeinsame Marketingmaßnahmen und knüpft Kooperationen mit touristischen Partnern. Aktuell gehören zum Netzwerk: „Alte Ölmühle“ Wittenberge, Brandenburgisches Textilmuseum Forst (Lausitz), Landgut Stober, Kunstgussmuseum Lauchhammer, Museumsdorf Baruther Glashütte, Museumspark Rüdersdorf, Neue Energien Forum Feldheim, Optikpark Rathenow, Schiffshebewerk Niederfinow, Sender- und Funktechnikmuseum Königs Wusterhausen, Stadtmuseum „Alte Burg“ Wittenberge, Stadt- und Industriemuseum Guben, Schwartzkopff-Siedlung mit ehemaligen Werksgelände in Wildau, Ziegeleipark Mildenberg und ZCOM Zuse-Computer-Museum Hoyerswerda.

Ebenfalls Mitglied des Netzwerkes ist die ENERGIE-Route der Lausitzer Industriekultur mit ihren Stationen Besucherbergwerk F60, IBA-Terrassen – Besucherzentrum Lausitzer Seenland, Sächsisches Industriemuseum Energiefabrik Knappenrode, Brandenburgisches Landesmuseum für Moderne Kunst im Dieselkraftwerk Cottbus, Technisches Denkmal Brikettfabrik Louise, Erlebnis-Kraftwerk-Plessa, Biotürme Lauchhammer, Gartenstadt Marga, Elektroporzellanmuseum Margarethenhütte Großdubrau.

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Kalk, Computer, Hüte und ein Meisterwerk

Zuwachs beim Touristischen Netzwerk Industriekultur in Brandenburg

Senftenberg, 5. November 2020 (tpr) – Industrie als Urlaubsabenteuer: Das ist Thema des Touristischen Netzwerks Industriekultur in Brandenburg (TNIB). Mit 20 sehr unterschiedlichen Erlebnisorten – vom Museum bis zum Tagebau – bietet die junge Arbeitsgemeinschaft vielfältige und eindrucksvolle Begegnungen mit einer bis heute prägenden Identität. Jetzt präsentiert das Netzwerk vier neue Mitglieder: den Museumspark Rüdersdorf, das Schiffshebewerk Niederfinow, das Stadt- und Industriemuseum Guben sowie das ZCOM Zuse-Computer-Museum Hoyerswerda. Damit wächst der Zusammenschluss auf 24 Mitglieder.

Zu den Stätten der Industriekultur gehören Manufakturen, Fabriken, Arbeitersiedlungen und Bergwerke. Erst gemeinsam erzählen sie eine umfassende Geschichte von Erfindertum, Unternehmergeist und harter Arbeit, von dem Aufbau einer Metropole, vom Goldrausch der Gründerzeit und den harten Zäsuren des 20. Jahrhunderts. Das 2017 gegründete Touristische Netzwerk Industriekultur in Brandenburg will die einzelnen Orte in Beziehung setzen, Erfahrungen austauschen und Industriekultur als Urlaubserlebnis etablieren. Der gemeinsame Internetauftritt www.industriekultur-brandenburg.de, der 2018 online ging, war ein erster Meilenstein, Entdeckertouren mit Reisetipps für Radfahrer ein weiterer.

Die meisten Standorte sind eng mit der Entwicklung Berlins zur Metropole verknüpft. Ohne die Ziegel, den Kalkstein und die Braunkohle aus Brandenburg wäre der rasante Aufschwung der Stadt undenkbar gewesen. Heute entführen die Industriekulturorte mit Ausstellungen, Rundgängen und Erlebnisangeboten in vergangene Zeiten. Die vier neuen Standorte stellen sich und ihre Winterangebote für die Zeit nach dem Lockdown vor.

„Kathedrale des Kalks“: Museumspark Rüdersdorf

Rüdersdorf ist filmreif. Alte Anlagen eines Kalkwerkes und eine verlassene Chemiefabrik am östlichen Stadtrand von Berlin dienten als Kulisse in Produktionen wie „Der Medicus“, „Inglourious Basterds“ oder „Monuments Men“. Doch nicht nur Regisseure, auch Besucher sind fasziniert, wenn sie den Museumspark Rüdersdorf mit Rumfordöfen, Seilscheibenpfeiler und der beeindruckenden „Kathedrale des Kalks“, einer riesigen Schachtofenbatterie, betreten. Nirgendwo sonst auf der Welt findet man ein in dieser Vielfalt erhaltenes historisches Kalk- und Bergwerk wie hier.

Auf dem 17 Hektar großen Gelände können ganz unterschiedliche historische Anlagen und Gebäude, mit denen Kalkstein aus dem angrenzenden Tagebau transportiert und verarbeitet wurde, besichtigt werden. Außerdem haben Besucher die Möglichkeit einen Blick in den Tagebau zu werfen, in dem noch immer Kalkstein für die Zementproduktion gewonnen wird. Bei ein- bis zweistündigen historischen Führungen erfahren sie wie Kalkstein einst gebrochen und gebrannt und wie Rüdersdorf zum  Baustofflieferanten für das boomende Berlin wurde. Fossiliensammler können eine geologische Führung buchen. Mit dem Land Rover geht es in den Tagebau, wo die versteinerten Tiere des Trias-Meeres geborgen werden. Die Land-Rover-Tour führt ebenfalls zum Tagebau und gibt Einblicke in den Abbau von Kalkstein. Alle Führungen sind nach dem Lockdown nach Anmeldung möglich. www.museumspark.de

Mächtige Mechanik: Schiffshebewerk Niederfinow

Es ist ein Koloss, ein Monument der Ingenieurstechnik, eine der eindrucksvollsten Maschinen in Deutschland: das Schiffshebewerk in Niederfinow. 14 000 Tonnen Stahl wurden für Deutschlands ältestes funktionsfähiges Hebewerk für Frachtschiffe verbaut. Die Schiffe werden an dieser Stelle des Oder-Havel-Kanals von der mächtigen Mechanik, Baujahr 1934, mitsamt dem Wasser, auf dem sie schwimmen, 36 Meter angehoben oder abgesenkt – in nur fünf Minuten. Gleich daneben entsteht ein ebenso beeindruckender, noch größerer Neubau aus Beton und Stahl, der 2021 in Betrieb genommen werden soll.

Niederfinow, ein 600-Einwohner-Dorf im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin nordöstlich von Berlin, besitzt ein im Land Brandenburg einzigartiges, denkmalgeschütztes Ensemble wasserbaulicher Anlagen und technischer Einrichtungen. Dazu zählen neben den beiden Schiffshebewerken der historische Hohenzollernkanal, der 400 Jahre alte Finow-Kanal, das Schiffshebewerk-Baustrom-Dieselkraftwerk und die historische Schleusentreppe.

Unvergesslich ist eine Fahrt mit einem Ausflugsschiff durch das alte Schiffshebewerk. Touren werden nach dem Lockdown voraussichtlich wieder vom Unterhafen, vom Oberhaften vor Ort sowie vom nahegelegenen Oderberg starten. Aber auch von der Aussichtsplattform des Schiffshebewerkes können Besucher dann täglich zwischen 9:30 und 17:30 Uhr die faszinierende Technik beobachten. Am Wochenende wird dies voraussichtlich im Rahmen einer einstündigen Führung möglich sein. www.niederfinow.de/schiffshebewerk

Hut ab: Stadt- und Industriemuseum Guben

Fast vergessen ist die glorreiche Vergangenheit von Guben als Huthauptstadt Europas. Das Stadt- und Industriemuseum Guben erzählt die unglaubliche Geschichte. Bis in die 1920er Jahre war Guben das Zentrum der europäischen Hutindustrie. Auf ihrem Höhepunkt zählte die Stadt in der Niederlausitz an der Neiße elf Hutfabriken, sieben Hutformenfabriken, zwei Maschinenfabriken und ein Hutstoffwerk. 1927 verließen zehn Millionen Hüte den Ort in alle Welt. Der rasante Aufstieg der heutigen deutsch-polnischen Doppelstadt Guben-Gubin war Carl Gottlob Wilke zu verdanken. Der Hutmacher entwickelte im Jahr 1854 aus Schafwolle einen witterungsfesten und formbeständigen Wollfilzhut. Wilkes Fabrik, der Ort, an dem alles begann, ist heute das Stadt- und Industriemuseum Guben.

14 moderne Ausstellungshauben, die von der Decke hängen und in die der Besucher eintritt, erzählen unter anderem von der Geschichte Gubens vor und nach 1945, von der Hut- sowie der Chemiefaserindustrie zu DDR-Zeiten und von der Hutproduktion. Beliebt sind vor allem eine virtuelle und eine echte Hutprobierstation sowie VR-Brillen, die digitale Begegnungen mit alten Handwerksberufen wie Hutmacher, Modist oder Reifendreher ermöglichen.

Das Museum ergänzt seine Hutschau durch Sonderausstellungen. Nach dem Lockdown ist noch bis 10. Januar 2021 „Feuer & Flamme - Küchenalltag in Kriegs- und Friedenszeiten“ zu sehen. Themen sind die prekäre Versorgungslage im Ersten Weltkrieg, die Haushaltsführung nach NS-Ideologie, die Nachkriegszeit sowie die Wegwerfgesellschaft. www.museen-guben.de

Digitale Welten: ZCOM Zuse-Computer-Museum

Im Erdgeschoss eines elfgeschossigen DDR-Plattenbaus im sächsischen Hoyerswerda verbirgt sich ein Schatz: Hinter den gläsernen Türen des Hochhauses beginnt die Welt des ZCOM Zuse-Computer-Museums. Auf einer barrierefreien Ausstellungsfläche von knapp 1000 Quadratmetern widmet sich das Museum nicht nur dem Entwickler des ersten Computers, Konrad Zuse, sondern geht auch aktuellen Fragen zu künstlicher Intelligenz nach. Neben platzeinnehmenden Zuse-Computern finden sich winzige Mikrochips in der Dauerausstellung. Interaktive Stationen machen Abstraktes verständlich: An einer Taktkurbel können Besucher beispielsweise erleben, mit welcher Geschwindigkeit alte Computer aus den 1960er Jahren arbeiteten.

Bis 31. Januar 2021 folgt das Museum in der Sonderausstellung „Der Computer & die DDR“ dem Entwicklungsweg der ostdeutschen Computertechnik. Die digitalen Rechenmaschinen galten in den 1960er Jahren als Gestalter der „wissenschaftlich technischen Revolution“ und damit als Mittel, dem Sozialismus zum Sieg zu verhelfen. Im Dezember gestaltet das Museum ein vielfältiges Adventsprogramm. So können Kinder und Jugendliche unter anderem Geschenke aus dem 3D-Drucker gestalten oder alte weihnachtliche Videogames ausprobieren. Informationen zum Programm und zur Anmeldung sind auf der Webseite ersichtlich. www.zuse-computer-museum.com

Neuigkeiten aus dem Netzwerk

Das Stadtmuseum „Alte Burg“ Wittenberge, das sich in seiner Dauerausstellung der Nähmaschinenherstellung widmet, wird bis Februar 2021 eine Sonderschau zum 90. Geburtstag des Wittenberger Malers Helmut Felix Heinrichs zeigen.

Im Ziegeleipark Mildenberg, der ab Mai 2021 öffnet, wird das alte Trafohaus öffentlich zugänglich sein. Eine neue Dauerausstellung erläutert die Funktionsweise und Bedeutung für das Zehdenicker Ziegeleirevier. www.wittenberge.de www.ziegeleipark.de

Weitere Informationen über die Industriekulturstätten in Brandenburg und entlang der ENERGIE-Route Lausitzer Industriekultur bietet die Website www.industriekultur-brandenburg.de ■ 

Hinweis zur aktuellen Situation: Aufgrund der aktuellen sächsischen Corona-Schutz-Verordnung und der brandenburgischen SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung sind die Museen und Industriekulturorte bis 30. November geschlossen. Über die aktuelle Lage im Tourismus in Brandenburg informiert die Webseite www.reiseland-brandenburg.de. Welche Bestimmungen für Tourismusbetriebe und Kultureinrichtungen in Sachsen und Brandenburg gelten, darüber informiert der Tourismusverband Lausitzer Seenland auf seiner Seite: www.lausitzerseenland.de.

Herausgeber:
Tourismusverband Lausitzer Seenland e. V.
Touristisches Netzwerk Industriekultur in Brandenburg
Am Stadthafen 2 01968 Senftenberg

Pressekontakt: Sindy Brandt, Projektkoordinatorin
info@industriekultur-brandenburg.de

Über Touristisches Netzwerk Industriekultur in Brandenburg:

Das Touristische Netzwerk Industriekultur in Brandenburg (www.industriekultur-brandenburg.de) setzt sich seit 2017 für den tourismusfachlichen Austausch der bedeutendsten Industriekulturorte im Bundesland ein, organisiert gemeinsame Marketingmaßnahmen und knüpft Kooperationen mit touristischen Partnern. Aktuell gehören zum Netzwerk: „Alte Ölmühle“ Wittenberge, Brandenburgisches Textilmuseum Forst (Lausitz), Landgut Stober, Kunstgussmuseum Lauchhammer, Museumsdorf Baruther Glashütte, Museumspark Rüdersdorf, Neue Energien Forum Feldheim, Optikpark Rathenow, Schiffshebewerk Niederfinow, Sender- und Funktechnikmuseum Königs Wusterhausen, Stadtmuseum „Alte Burg“ Wittenberge, Stadt- und Industriemuseum Guben, Schwartzkopff-Siedlung mit ehemaligen Werksgelände in Wildau, Ziegeleipark Mildenberg und ZCOM Zuse-Computer-Museum Hoyerswerda.

Ebenfalls Mitglied des Netzwerkes ist die ENERGIE-Route der Lausitzer Industriekultur mit ihren Stationen Besucherbergwerk F60, IBA-Terrassen – Besucherzentrum Lausitzer Seenland, Sächsisches Industriemuseum Energiefabrik Knappenrode, Brandenburgisches Landesmuseum für Moderne Kunst im Dieselkraftwerk Cottbus, Technisches Denkmal Brikettfabrik Louise, Erlebnis-Kraftwerk-Plessa, Biotürme Lauchhammer, Gartenstadt Marga, Elektroporzellanmuseum Margarethenhütte Großdubrau.

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Auf den Spuren der Briketts und Ziegel: In den Herbstferien in Brandenburg und Sachsen Industriekultur entdecken

Senftenberg, 31. August 2020 (tpr) – Verlassene Fabriken, stillgelegte Kraftwerke, nostalgische Technik: Authentische Industriekulturorte in Brandenburg und Sachsen ermöglichen Begegnungen mit einer Welt, die bis vor wenigen Jahrzehnten für Tausende in der Region noch Alltag war, aber heutigen Generationen bereits unendlich fern und fremd erscheint. Die Herbstferien sind eine gute Gelegenheit, spielerisch in diesen faszinierenden Kosmos vorzustoßen. Mehrere Museen halten Mitmach- und Erlebnisangebote parat. Das Touristische Netzwerk Industriekultur in Brandenburg und die ENERGIE-Route Lausitzer Industriekultur stellen die spannendsten Optionen vor.

Energiefabrik Knappenrode

Als vor 150 Jahren die Braunkohleförderung in der Lausitz in Schwung kommt, ist es vorbei mit dem stillen und ländlichen Leben in der Region. Aus Bauern werden Bergleute und Fabrikarbeiter, die Städte füllen sich, Werke und Arbeitersiedlungen schießen wie Pilze aus dem Boden. Bis in die 1980er Jahre ist die Lausitz das Energiezentrum der DDR. Mit dem Mauerfall beginnt abermals ein neues Kapitel. Tagebaue werden aufgegeben, geflutet, renaturiert. Die größte von Menschenhand geschaffene Wasserlandschaft entsteht. Es ist ein Jahrhundertprojekt, das bis heute andauert.

Die neue Dauerausstellung in der Energiefabrik Knappenrode im sächsischen Hoyerswerda erzählt diese wechselvolle Geschichte des Lausitzer Reviers und seiner Menschen. Nach mehr als zwei Jahren Umbau öffnet sie am 16. Oktober. Auf zwei Etagen und 1400 Quadratmeter Ausstellungsfläche lässt sie an multimedialen Stationen und in Filmen Zeitzeugen zu Wort kommen, erklärt wie die Menschen vor und während der Industrialisierung hier lebten und wirft einen Blick in die Zukunft nach dem Kohleausstieg im Jahr 2038.

Daran schließt sich der individuelle Fabrikerlebnisrundgang an. Besucher erfahren, wie vor Ort aus Braunkohle Briketts gepresst wurden. Zweimal am Tag ertönt die Werkssirene. Daraufhin scheint der riesige Maschinenpark mit lautem Rattern und Dröhnen zum Leben zu erwachen. Es ist eine Audioinstallation, die einen kleinen Eindruck von den schweren Bedingungen vermittelt, unter denen die Menschen hier einst gearbeitet haben. Bei der „Kleinen Kumpeltour“, die in den Herbstferien gebucht werden kann, werden Familien an die Arbeitsplätze der einstigen Werksarbeiter geführt.

Ein an der Kasse erhältlicher Rucksack, gefüllt mit Rätseln und Quizspielen, lädt dazu ein, die Energiefabrik auf eigene Faust zu erkunden. Auch der Entdeckerkompass führt wie ein Reiseführer Familien zu kindgerechten Angeboten auf dem Areal, darunter ein bewegliches Modell einer Förderbrücke und eine begehbare Lok.

Voraussichtlich ab Mitte September werden auf der Webseite der Energiefabrik Termine für Führungen und museumspädagogische Angebote bekannt gegeben.www.energiefabrik-knappenrode.de

ZCOM Zuse-Computer-Museum Hoyerswerda

Ein Computer als täglicher Begleiter? Anno 1941 war das unvorstellbar. Als Konrad Zuse, der „Vater des Computers“ seine erste Rechenmaschine Z3 baute, war das ein raumfüllendes und energiefressendes Ungetüm. Das Zuse-Computer-Museum in Hoyerswerda erinnert in seiner Dauerausstellung an den Erfinder und die Geschichte des Computers. Mit einer App können kleine und große Besucher in drei interaktiven Kurzgeschichten verfolgen, wie die Computerpioniere ihre ersten Rechner entwickelten. Bei einer analogen Museumsrallye müssen Fragen beantwortet und an verschiedenen Stellen in der Dauerausstellung Rätsel gelöst werden.

Außerdem bietet das Museum in den Herbstferien zwei spannende Workshops für Familien an: Am 23. Oktober werden Bilder und Schablonen aus dem Lasercutter geschnitten. Damit können Motive auf ein mitgebrachtes T-Shirt gesprüht werden. Am 30. Oktober können alle Interessierten bei „Mikrocontroller für Anfänger“ elektrische Bauteile kennen lernen und erste Schritte in der Programmierung wagen bis einem ein Licht aufgeht oder zumindest eine LED blinkt. Anmeldungen unter Tel. 03571 2096080 oder service@zuse-computer-museum.com. www.zuse-computer-museum.com

Kunstgussmuseum Lauchhammer

Goethe und Schiller in San Francisco, Helvetia in Genf, ein chinesischer Generalgouverneur in Shanghai: Großplastiken und Bronzegüsse aus dem brandenburgischen Lauchhammer sind in aller Welt zu finden. Die Kunstgießerei der Stadt, 50 Kilometer nördlich von Dresden, war im 19. Jahrhundert weithin bekannt für ihre monumentalen Statuen, Büsten, Glocken, Brunnen, Säulen, Brücken und Portale. Fast 300 Jahre nachdem der erste Hochofen angeblasen wurde, entstehen bis heute in der Kunstgießerei Skulpturen, Plastiken und Reliefs. Nebenan in einem Schulgebäude stellt das Kunstgussmuseum eine denkmalgeschützte Sammlung von rund 2800 Reliefs und Modellen aus Gips und Metall aus. Auch Eisen- und Bronzebildnisse, Poterie-Waren, Möbel, Medaillen und Gebrauchsgegenstände sind zu sehen.

In den Herbstferien bietet das Museum Mitmachangebote für Familien: Täglich können jüngere Kinder Gipsreliefs anmalen, ältere dürfen aus Gipsplatten ihr Relief selbst schnitzen. Am 24. und 25. Oktober, zum Tag des Offenen Ateliers, ist der Berliner Bildhauer Thomas Klemm zu Gast. Er leitet einen Workshop zum Modellieren und Seite 3 von 5 Abformen eines Porträts aus Ton und Gips. Anmeldungen unter Tel. 03574 860166 oder info@kunstgussmuseum-lauchhammer.de.

Am 31. Oktober eröffnet das Museum die Sonderausstellung „Lauchhammer in aller Welt“ mit Fotos von Kunstgussobjekten aus der Manufaktur, die in verschiedenen Ländern ihr Zuhause gefunden haben. Vom 31. Oktober bis 1. November sind außerdem die „Kunstgusstage“. Kinder sind eingeladen, aus Ton ein eigenes Denkmal zu formen. www.kunstgussmuseum-lauchhammer.de

Ziegeleipark Mildenberg

Mitten in einer traumhaften Seenlandschaft an der Havel zwischen Zehdenick und Burgwall, 60 Kilometer nördlich der Hauptstadt, rauchten noch bis 1990 meterhohe Schornsteine, holten Bagger wertvollen Ton aus der Erde und ratterten Feldbahnen mit Kohle und Ziegeln unermüdlich über Schienen. In Zehdenick entwickelte sich Anfang des 20. Jahrhunderts das größte Ziegelrevier Europas – mit 60 Ringöfen und zeitweise mehr als 5000 Arbeitern. Die Ziegel aus Zehdenicker Ton wanderten mit Frachtschiffen über die Havel nach Berlin, wo sie für die schnell wachsende Metropole dringend benötigt wurden. Nach der Wende mussten die Ziegeleien schließen, nicht verfüllte Tonrestlöcher füllten sich mit Wasser. So entstand die einzigartige Tonstichlandschaft, die heute Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen ist.

Mittendrin liegt der Ziegeleipark Mildenberg, der die Geschichte der Ziegelproduktion lebendig macht. Auf dem Erlebnisgelände mit multimedialen Ausstellungen, Abenteuerspielweise, Yachthafen und Campingplatz gibt es für Familien viel zu entdecken. In den brandenburgischen Herbstferien vom 12. bis 24. Oktober lädt der Park zum Ferienspaß ein. Kleine und große Besucher können ihre eigenen Ziegel herstellen. Zum Abschluss der Ferien wird am 24. Oktober das Feldbrandofenfest mit Lagerfeuer und Fackeln gefeiert. Dann können die selbst hergestellten Ziegel im Ofen gebrannt werden.

Die historische Tonlorenbahn, die einst zwischen Tongrube und Ziegelei pendelte, ist täglich unterwegs. Die 70-minütige Fahrt führt auch durch einen Teil des Naturparks Uckermärkische Seen. In den Ferien am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag können Kinder ab 1,20 Meter Körpergröße den Ziegeleibahn-Führerschein ablegen und selbst eine Diesellok vom Typ „NS2“ steuern. Anmeldungen unter Tel. 03307 310410. www.ziegeleipark.de

Museumsdorf Baruther Glashütte

Zwischen Spreewald und Fläming scheint in einem kleinen Ort die Zeit stehen geblieben zu sein: im Museumsdorf Baruther Glashütte. Seit 300 Jahren ist hier die Kunst des Glasmachens zu Hause. In einem denkmalgeschützten Ensemble aus schlichten Fachwerkhäusern mit roter Ziegelausfachung betreiben heute Seite 4 von 5 20 Kunsthandwerker und Händler kleine Ateliers. Im Museum wird die Geschichte der Glasherstellung anschaulich erklärt. Eine Schau-Glasbläserei führt das traditionelle Handwerk vor.

Vom 10. Oktober bis 1. November stellt das Museumsdorf von Dienstag bis Sonntag ein Ferienprogramm auf die Beine. Im Glasstudio können Besucher eine Glaskugel nach ihren Farbwünschen herstellen lassen, in der Galerie Packschuppen können sie aus Glasperlen und einem Lederband eine Kette oder ein Armband anfertigen. Im Museum sind Gäste eingeladen dienstags und mittwochs aus Mosaiksteinen auf Presseholzplatten eigene Bilder zu gestalten, donnerstags und freitags werden in der „Neuen Hütte“ Trinkgläser und Butzenscheiben bemalt. Am 24. Oktober wird eine spannende Ortsführung angeboten, am Abend trifft man sich in der historischen Hütte von 1861 zum Ofenzauber und zu einer urigen Brotzeit. Anmeldungen unter Tel. 033704 980914 oder info@museumsdorf-glashuette.de.

Sehenswert sind zudem die Kunstausstellung „60 Sachen“ und die Sonderausstellung „Glas 1990. Eine Branche in der Transformation“. www.museumsdorf-glashuette.de

Weitere Informationen über die Industriekulturstätten in Brandenburg und entlang der ENERGIE-Route Lausitzer Industriekultur bietet die Website www.industriekultur-brandenburg.de

 

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Tourismusverband Lausitzer Seenland e. V.
Touristisches Netzwerk Industriekultur in Brandenburg
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Pressekontakt: Sindy Brandt, Projektkoordinatorin
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Über Touristisches Netzwerk Industriekultur in Brandenburg:
Das Touristische Netzwerk Industriekultur in Brandenburg (www.industriekultur-brandenburg.de) setzt sich seit 2017 für den tourismusfachlichen Austausch der bedeutendsten Industriekulturorte im Bundesland ein, organisiert gemeinsame Marketingmaßnahmen und knüpft Kooperationen mit touristischen Partnern. Aktuell gehören zum Netzwerk: „Alte Ölmühle“ Wittenberge, Brandenburgisches Textilmuseum Forst (Lausitz), Landgut Stober, Kunstgussmuseum Lauchhammer, Museumsdorf Baruther Glashütte, Museumspark Rüdersdorf, Neue Energien Forum Seite 5 von 5 Feldheim, Optikpark Rathenow, Schiffshebewerk Niederfinow, Sender- und Funktechnikmuseum Königs Wusterhausen, Stadtmuseum „Alte Burg“ Wittenberge, Stadt- und Industriemuseum Guben, Schwartzkopff-Siedlung mit ehemaligen Werksgelände in Wildau, Ziegeleipark Mildenberg und ZCOM Zuse-Computer-Museum Hoyerswerda.

Ebenfalls Mitglied des Netzwerkes ist die ENERGIE-Route der Lausitzer Industriekultur mit ihren Stationen Besucherbergwerk F60, IBA-Terrassen – Besucherzentrum Lausitzer Seenland, Sächsisches Industriemuseum Energiefabrik Knappenrode, Brandenburgisches Landesmuseum für Moderne Kunst im Dieselkraftwerk Cottbus, Technisches Denkmal Brikettfabrik Louise, Erlebnis-Kraftwerk-Plessa, Biotürme Lauchhammer, Gartenstadt Marga, Elektroporzellanmuseum Margarethenhütte Großdubrau.

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