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  • Sprung ins erfrischende Wasser: auf der Seebrücke am Wiesen- und Strandbad in Wustrau,
        
    

        Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer Sprung ins erfrischende Wasser: auf der Seebrücke am Wiesen- und Strandbad in Wustrau, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer
    Ort: Neuruppin
  • Fontane-Radtour um den Ruppiner See
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TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH

Fontane 200 Mit dem Rad zu Fontane-Orten rund um den Ruppiner See

Schon vom Bahndamm aus schweift mein Blick über den Ruppiner See hinüber zur Klosterkirche St. Trinitatis von Neuruppin. Nur noch wenige Minuten, dann hat der Zug den Bahnhof Rheinsberger Tor erreicht. Von Berlin-Gesundbrunnen brauchte ich bis hier etwas mehr als eine Stunde. Und schon befinde ich mich inmitten der Geburtsstadt von Theodor Fontane, die sich auch heute noch weitgehend so präsentiert, wie sie der Dichter einst in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ beschrieben hat. Lange, breite Straßen bestimmen das Bild – dazwischen immer wieder stattliche Plätze. Die historische Altstadt, ein zweihundert Jahre altes Gesamtkunstwerk des Frühklassizismus, ist ein Musterbeispiel preußischer Baukunst. Oder wie Fontane es ausdrückte: „Sie gleicht einem auf Auswuchs gemachten großen Staatsrock, in den sich der Betreffende, weil er von Natur klein ist, nie hineinwachsen kann.“

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Zu Ehren des großen deutschen Dichters: das Fontane-Denkmal an der Karl-Marx-Straße in seiner Geburtsstadt Neuruppin Fontane-Denkmal Neuruppin, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer
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Von Neuruppin nach Gnewikow

All dies und noch viel mehr, möchte ich heute auf meiner 25 Kilometer langen Radtour rund um den Ruppiner See entdecken. Nicht mit der Kutsche oder zu Fuß, wie es einst Fontane getan hatte, sondern mit dem Rad. „Ruppin hat eine schöne Lage – See, Gärten und der sogenannte Wall schließen es ein“, lese ich in seinen Wanderungen. Und so starte ich meine Tour wie bei Fontane beschrieben über den Wall an der alten Stadtmauer entlang. Dieser grüne Gürtel mit hohen Bäumen und Sträuchern beginnt gleich am Bahnhof hinter dem Parkplatz. Schon nach wenigen Minuten Fahrt erreiche ich den Tempelgarten.

Es ist ein exotisch anmutender Park mit barocken Sandsteinputten und einem weißen Tempel. Kronprinz Friedrich hatte sich diesen Garten während seiner Zeit als Regimentskommandeur geschaffen. Sein Freund Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff errichtete 1735 mit dem Apollotempel hier sein erstes Bauwerk. Das Besondere daran: Ein Rundtempel war zu jener Zeit einmalig in Europa. Nur einen Steinwurf vom Tempelgarten entfernt liegt das Museum Neuruppin mit seinem erst seit 2015 bestehenden Anbau, der ein harmonisches Bindeglied zwischen dem Tempelgarten und dem bestehenden Museumsbau schafft.

 

 

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Mit dem Anbau des Museum Neuruppin wurde ein weiterer städtebaulicher Akzent in der Stadt gesetzt. Museum Neuruppin, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Die dortige Dauerausstellung beschäftigt sich mit der Geschichte Neuruppins sowie der Ur- und Frühgeschichte im Ruppiner Seenland. Und natürlich ist das Museum eine Schatzkiste für Fontane-Liebhaber. Schließlich hatte der Dichter und Wanderer einen ganz besonderen Blick auf seine märkische Heimat. An 20 Tonstationen können die Besucher passend zu den Ausstellungsstücken Zitaten aus Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ lauschen. Wer sich jedoch ein Bild davon machen möchte, wo Fontane geboren wurde, muss zur Karl-Marx-Straße 84. Das Gebäude ist nicht zu übersehen, denn im Erdgeschoss seines Geburtshauses ist heute eine Apotheke zu finden.

Nach meinem Besuch der Ausstellung überkommt mich der Mittagshunger. Ein Glück befindet sich die nächste Einkehrmöglichkeit direkt gegenüber vom Museum an der Wichmannstraße 23. Hier haben Jahnavi Seydlitz und Ulrike Lehmann im November 2017 das Bristro und Café "Wildwuchs" eröffnet, in dem es nur vegane Speisen gibt. Die beiden Betreiberinnen setzen auf die ursprüngliche Kraft der Pflanzen und bereiten ihre Gerichte wie den Wildwuchs-Burger oder Rote-Bete-Knödel mit regional angebautem Gemüse und Obst zu. Für die beiden bedeutet „Wildwuchs“ weit mehr als nur Unkraut. Vielmehr verfeinern sie mit heimischen Wildkräutern und würzigen Salaten ihre Speisen zu leckeren Gaumenfreuden.

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Auf der Speisenkarte im Bistro „Wildwuchs“ steht zum Beispiel dieser vegane Burger aus einem Graupen-Patty. Veganer Burger Restaurant Wildwuchs, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

200 Wörter, wie Angstmeisterschaft, Zärtlichkeitsallüren und Generalkladderadatsch, ziehen sich durch die Ausstellung „fontane.200/Autor“ im Museum Neuruppin. Die Ausstellung stellt in drei Kapiteln „Schreiben. Fontanes Kopf“, „Texten. Fontanes Erfindungen“ und Mixen. Fontanes Wörter“ den Schriftsteller als Wortsampler, Schreibdenker und Textprogrammierer vor.

Die Ausstellung nimmt den Besucher im Museum und in der Stadt mit in die Gedankenwelt Theodor Fontanes, der erst im reifen Alter von 57 Jahren seinen ersten Roman „Vor dem Sturm“ veröffentlicht. Da hatte er schon als Apotheker, Journalist, Theaterkritiker und Kriegsberichterstatter gearbeitet. Fontane sammelte und notierte unermüdlich seine Beobachtungen.

Die Notizbücher sind daher auch einer der Schlüssel, um Fontanes Alltag im 19. Jahrhundert zu verstehen. Ein ganzer Raum widmet sich allein den Notizbüchern Fontanes. Fast alle sind noch im Original erhalten und in zwölf Vitrinen ausgestellt. Die eng beschriebenen Seiten der Notizbücher sind kleine kalligrafische Kunstwerke, die es immer wieder neu zu entdecken gilt. Denn aus konservatorischen Gründen müssen die Seiten der Notizbücher regelmäßig umgeblättert werden.

Mehr Informationen zum Fontane-Jubiläum bei Kulturland Brandenburg im Internet.

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Gut gesättigt radele ich in Richtung Klosterkirche, die direkt an der Seepromenade des Ruppiner Sees liegt. Von dort könnte ich jetzt auch ein Fahrgastschiff zu meinem nächsten Ziel Gnewikow nehmen. In der Saison von März bis Oktober legen die Schiffe von hier täglich zu Rund- und Tagesfahrten über den See ab. Natürlich lassen sich auch kombinierte Touren mit dem Rad und Kanu in die Ruppiner Schweiz organisieren.

Ich trete heute aber lieber in die Pedale. Über den Seedamm bei Neuruppin fahre ich über eine wenig befahrene Dorfstraße bis ins rund sechs Kilometer entfernte Gnewikow auf der gegenüberliegenden Seeseite. Den Ort – ein ehemaliges Rittergut – bereiste 1859 auch Fontane und bezeichnete ihn in seinen „Wanderungen“ als „eine besondere Zierde des Sees“. Ein beschauliches Dorf mit einer kleinen Feldsteinkirche erwartet mich hier. Zwischen ein paar Bungalows entdecke ich einen Zugang zum Ruppiner See, wo mich zwischen Schilf und einem Waldstück eine Wiese erwartet, die mich zum Rasten einlädt. Es ist still, nur das Zwitschern der Vögel ist zu hören. Ganz in meiner Nähe schwimmt lautlos ein Schwanenpaar aufs Ufer zu. Ich lasse meinen Blick über die Bootsstege bis zum Horizont schweifen und genieße die Ruhe des frühen Nachmittags.

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Die alte Feldsteinkirche von Gnewikow: Fontane hielt das Gotteshaus in seinen „Wanderungen“ mit einer flüchtigen Bleistiftskizze fest. Feldsteinkirche Gnewikow, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Von Gnewikow nach Karwe

Gut erholt setze ich meine Tour fort und radele am Ostufer weiter südlich entlang bis nach Karwe (4,5 Kilometer). Dieses Dorf zeichnet sich durch seine großzügig angelegte Hauptstraße aus. Zurückgesetze Häuser sowie grüne Wiesen und eine Allee aus Bäumen bestimmen hier das Bild. Schräg gegenüber von der Kirche mit ihrem achteckigen Spitzturm fällt mein Blick auf ein großes, freies Areal, das mit hunderten von Feldsteinen gepflastert ist.

Dabei handelt sich um das ehemalige Schlossgrundstück von Karwe. 1727 baute hier der damalige Besitzer Karl-Christoph von dem Knesebeck ein dreiflügeliges Wohnhaus. Bewohnt wurde das Schloss von seinen Nachfahren bis 1945. Danach nutzte es die sowjetische Armee, es diente bis 1948 als Unterkunft für Flüchtlinge und wurde schließlich nach jahrelangem Leerstand 1983 abgerissen. Heute erinnert ein Modell aus Metall an das einstige stattliche Schlossgebäude. Erhalten geblieben ist hingegen der Eiskeller aus dem 18. Jahrhundert. Aus dem See geschnittenes Eis wurde früher dort tief unter der Erde gelagert und diente bis weit in die Sommermonate zur Kühlung von Speisen und Getränken.

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Die Brennerei und das ehemalige Verwalterhaus auf dem Schlossareal. Rechts im Bild der Eingang zum Eiskeller Gutshof Karwe, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Von Karwe nach Wustrau

Stehengeblieben sind weitere Wirtschaftsgebäude wie der Kuhstall, die Brennerei sowie das einstige Verwalterhaus. Es beherbergte die Gutshausverwaltung, die Küche und den Speiseraum der Gutsarbeiter. Nach der Wende wurden alle Gebäude zu Eigentumswohnungen umgebaut. Der alte Gutspark, mit seinen hohen Ahornen, Platanen und Eichen, an denen schon Fontane vorbeispaziert sein mag, ist hingegen bis heute für jeden frei zugänglich. Und an heißen Tagen lockt die Badestelle mit dem Holzsteg zu einem Sprung ins erfrischende Wasser.

Nur rund vier Kilometer weiter, an der südlichen Spitze des Ruppiner Sees, befindet sich Wustrau. Theodor Fontane berichtete in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg unter anderem von einer Seeschlacht zwischen den benachbarten Orten Karwe und Wustrau. Im Jahr 1785 ersannen die befreundeten Söhne des alten Knesebeck von Karwe und des alten Zieten von Wustrau in Ermangelung eines wirklichen Kampfes eine Seeschlacht. Bis heute erinnert jeden Sommer das Seefestival in Wustrau die Theaterbesucher mit einer Aufführung dieser Schlacht an jene Zeit.

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Im ehemaligen Zieten-Schloss ist heute die Deutsche Richterakademie beheimatet. Ehemaliges Zieten-Schloss Wustrau, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Fontane beschreibt ebenso ein Herrenhaus, das 1750 von dem preußischen Husarengeneral Hans-Joachim von Zieten erbaut worden ist. Das auch als Zieten-Schloss bezeichnete Gebäude dient heute der Deutschen Richterakademie als Tagungsstätte und liegt unmittelbar am Ufer des Ruppiner Sees. Während meiner Rundfahrt durch den historischen Teil von Wustrau entdecke ich dieses einzigartige brandenburgisch-preußische Gutsensemble – mit Schloss, Pfarrhaus, Bauernhäusern und Kopfsteinpflaster.

Ein Abstecher lohnt sich außerdem zum Sack-Anger „Hohes Ende“, wo ich das kleine Café Constance entdecke. Hier gibt es leckere hausgemachte Kuchen wie beispielsweise eine Quark-Mandarinen-Torte oder einen „Kalten Hund“ aus Keksen und Schokolade. Wer es lieber herzhaft mag, bestellt eine Portion Maultaschen oder eine Märkische Kartoffelsuppe.

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Sprung ins erfrischende Wasser: auf der Seebrücke am Wiesen- und Strandbad in Wustrau Sprung ins erfrischende Wasser: auf der Seebrücke am Wiesen- und Strandbad in Wustrau, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Von Wustrau zurück nach Neuruppin

Noch mehr über die brandenburgisch-preußische Geschichte erfahren Interessierte im Ende 2000 eröffneten Brandenburg-Preußen-Museum, das in seiner Ausstellung einen Lehrpfad durch fünfhundert Jahre Geschichte präsentiert. Das Museum hebe ich mir jedoch für einen anderen Tag auf und radele lieber zum nächst gelegenen Bahnhof nach Wustrau-Radensleben, wo die Züge im Zwei-Stunden-Takt zurück nach Berlin fahren (3 Kilometer). Für all diejenigen, die noch immer nicht genug haben, können den Ruppiner See natürlich auch ganz umrunden und radeln weiter an seinem westlichen Ufer entlang bis nach Neuruppin (12 Kilometer).

Weitere Informationen:
Anreise per Bahn mit dem Regionalexpress jede Stunde nach Neuruppin Bahnhof „Rheinsberger Tor“, Rückfahrt wahlweise auch vom Bahnhof Wustrau-Radensleben möglich (hält dort alle zwei Stunden).

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Ausflugstipps rund um den Ruppiner See


Weitere Lieblingsplätze im Ruppiner Seenland

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