Die Naturlandschaft stellt sich vor...
Der Naturpark Hoher Fläming im Südwesten Brandenburgs gehört zu den wasserärmsten Gebieten des Bundeslandes. Gerade deswegen sind die Quellen und Klarwasserbäche des Fläming, in denen sogar Bergmolch, Bachneunauge und Forelle und vereinzelte Vorkommen des Edelkrebses anzutreffen sind, so wertvoll. Wo Grundwasser flächig an mehreren Punkten gleichzeitig aus dem Erdboden hervortritt, entstehen die im Naturpark häufigen Quellsümpfe.
Eine Hauptquelle ist dort meist nicht zu sehen, vielmehr sickern viele kleine Rinnsale aus dem Boden, die sich oft erst in einiger Entfernung zu einem Bachlauf vereinigen.
Eine regionale Besonderheit sind die „Schwindbäche“, die nirgendwo münden. Schon nach kurzem, wenige Kilometer langen Lauf versickern sie wieder in wasserdurchlässigen Bodenschichten. Sie verlaufen dann, wie zum Beispiel bei Dretzen, Reetz oder Schlamau in abflusslosen Becken buchstäblich im Sande.
Der Naturpark Hoher Fläming ist etwa zur Hälfte bewaldet, ursprünglicher Buchenwald, in denen auch der seltene Mittelspecht zuhause ist, kommt an mehreren Stellen vor. Die Belziger Landschaftswiesen gehören zu den wichtigsten Wiesenbrütergebieten Brandenburgs. In dem ausgedehnten Wiesengebiet, das auch Heimat einer Vielzahl anderer bedrohter Vogelarten ist, sind noch Großtrappen anzutreffen. Weitere seltene Vogelarten im Naturpark sind Eisvogel, Gebirgsstelze, Waldschnepfe und Bekassine. Von den im Land Brandenburg anzutreffenden 18 Fledermausarten wurden bislang im Naturpark Hoher Fläming 15 nachgewiesen.
Dem Wirken der Eiszeit sind die imposanten Riesensteine, die im Fläming zu finden sind, zu verdanken. Unterwegs herausgebrochen transportierten die Eiszeitgletscher Steine und Felsen aus Schweden oder vom Ostseegrund. Eingeschlossen ins Eis kamen sie in den Fläming. Mit dem Abschmelzen der Gletscher gab das Eis sie wieder frei, und die Steine blieben in der Landschaft verstreut zurück. Von faustgroß bis fast haushoch reichen ihre Abmessungen. Ihre Häufigkeit macht den Fläming zu einer im wahrsten Sinne des Wortes steinreichen Gegend. Bemerkenswert sind die vielen schönen Feldsteinkirchen im Naturpark.
Typisch für den Hohen Fläming ist sein stark verzweigtes System enger, 6 bis 12 Meter tiefer Talsysteme, die Rummeln genannt werden (in der Märkischen Schweiz „Kehlen“). Ihre Entstehung verdanken sie der Erosion durch Wasser während der Weichseleiszeit. Bei starken Regenfällen oder nach der Schneeschmelze können einige Rummeln auch heute noch Wasser führen. Die meiste Zeit des Jahres sind sie jedoch trocken.
Als Refugium für Tier- und Pflanzenarten sind die engen, steilen und bis zu 3 Kilometer langen Täler, in denen kaum Ackerbau betrieben werden konnte, sehr bedeutsam. Die bekannteste Rummel ist die Brautrummel in Grubo.
Der Naturpark ist eine Modellregion Brandenburgs für das barrierefreie Naturerleben und die Naturerfahrung zu Pferde. Reitern stehen im Gebiet rund 250 km Reitrouten zur Verfügung.
Wanderer können den Naturpark als wahres Kleinod an Naturschätzen und kultureller Vielfalt erleben: Der 147 km lange Burgenwanderweg, ausgezeichnet als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“, führt von Burg zu Burg – mit den Schönheiten des Naturparks am Wegesrand. Neu geschaffene Rundwanderwege bieten Halbtages- und Tagestouren. Sie liegen in den attraktivsten Landschaften des Hohen Fläming: mit tollen Aussichten auf Bad Belzig entlang des „Panoramawanderweges“, wandern und wundern auf dem „Kunstwanderweg“ oder dem „Bezwingen“ eines steinigen Weges in den einsamen Wäldern der Brandtsheide auf dem „Findlingswanderweg“. Diese und weitere Wandertipps finden Interessierte in der Naturpark-Wanderfibel.
Weitere Informationen unter:
www.naturpark-hoher-flaeming.brandenburg.de
Informationsstelle:
Alte Brennerei Raben
Brennereiweg 45
14823 Rabenstein OT Raben
Tel.: 033848-600 04
E-Mail: info
@
flaeming.net
Internet: www.flaeming.net
Internet: www.natur-schau-spiel.com/de/besucherzentren/hoherflaeming.html
















