Die Naturlandschaft stellt sich vor...
Im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft, Brandenburgs südlichstem Großschutzgebiet, wurden durch den Braunkohleabbau in den letzten hundert Jahren Kulturlandschaften von teilweise bizarrem Aussehen geschaffen. An vielen Orten entstanden wertvolle Lebensräume für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten. In den Bereichen, in denen ehemalige Tagebaugruben saniert wurden, finden Besucher heute reizvolle Naherholungsgebiete.
Herzstück des Naturparks ist das Naturschutzgebiet „Forsthaus Prösa“ mit großen zusammenhängenden Wald- und weiten Heideflächen. Ende August verwandelt die Heideblüte die Landschaft in einen lila Blütenteppich, der bis zum Horizont reicht. Auf Kremserfahrten und Radtouren lässt sich der zünftig gekleidete Schäfer mit seiner Heidschnuckenherde erleben. Die Herde hilft, auf etwa 350 Hektar Fläche im Naturschutzgebiet das Zuwachsen der Heide zu verhindern. Die offenen Heideflächen sind der Lebensraum von Arten wie Heidelerche, Wiedehopf und Kiesbankgrashüpfer, die auf diesen Biotoptyp spezialisiert sind.
Bei Döllingen und Hohenleipisch befindet sich Brandenburgs größtes Streuobstgebiet, das besonders im Frühling zur Zeit der Baumblüte eine Attraktion darstellt. In Döllingen befindet sich der „Pomologische Schau- und Lehrgarten“, ein „Apfel-Lust-Garten“, das Schmuckstück der Obstbauregion. Auf rund 3 Hektar Fläche sind etwa 150 Apfel-, Birn-, Kirsch- und Pflaumenbäume und so genanntes Beiobst, wie Nüsse und Pfirsiche zu finden. Auf Obstäckern und Streuobstwiesen werden traditionelle Bewirtschaftungsweisen gezeigt. Der Streuobstanbau steht im Mittelpunkt des Lehrpfades von Döllingen. Informationen gibt es auch zur Geschichte des Dorfes und seiner Umgebung: über das ehemalige Rittergut, zur Windmühle, zur Kirche und zur Bergbautradition.
Im Naturschutzgebiet „Der Loben“ finden sich die für Moore typischen Tier- und Pflanzenarten, Kraniche nutzen das Moorgebiet als bevorzugtes Brutrevier. Seit 1981 steht der Loben unter Naturschutz. Wanderer treffen auf eine abwechslungsreiche Landschaft aus Wiesen, Kiefern- und Mischwäldern, offenen Wasserflächen und Sumpfgebieten. Zu empfehlen ist eine Rundtour im Loben, auf der man auch die alten Torfstiche und ihre faszinierende Tierwelt zu Gesicht bekommt.
Ein weiteres Naturschutzgebiet, die Bergbaufolgelandschaft Grünhaus, hat sich inzwischen zu einem wahren Vogelparadies entwickelt. Hier können zahlreiche Rote-Liste-Arten wie zum Beispiel Brachpieper und Wiedehopf beobachtet werden.
Besonders gut zu entdecken ist der Naturpark auf den zahlreichen Rad- und Wanderrouten. Vogelfreunden ist der Storchenweg zu empfehlen, auf dem man nicht nur Storchenhorste zu sehen bekommt, sondern auch Informationen zum Liebesleben, den Flugleistungen und auch den Gefahren erhält, denen die großen Charaktervögel auf ihren langen Reisen ausgesetzt sind.
Das Badegewässer des Grünewalder Lauches, in dem vor etwa einem Vierteljahrhundert noch Kohle gefördert wurde, ist heute mit 6 Kilometer Strandlänge und 100 Hektar Badefläche gegenwärtig der größte See im Naturpark. Im Frühjahr und Herbst nutzen viele Vogelarten wie Saatgänse, Blässhühner, Krickenten und Reiherenten den Lauch als Rastplatz auf ihrem Durchzug. Einen weiteren reizvollen Badesee finden Besucher im Naherholungsgebiet Zeischa.
Weitere Informationen unter:
www.naturpark-niederlausitzer-heidelandschaft.brandenburg.de
Informationsstelle:
Naturparkhaus
Markt 20
04924 Bad Liebenwerda
Tel.: 035341–6150
E-Mail: info
@
naturpark-nlh.de
Internet: www.naturpark-nlh.de


















