• Winterliche Kanutour , Foto: TMB-Fotoarchiv/Thomas Rathay

    Natururlaub im Spreewald

    Natur erleben in Brandenburg: Wir haben zwei Naturgenießer aus Baden-Württemberg auf eine winterliche Entdeckungstour in den Spreewald geschickt - Spreewald im Sommer kann ja jeder!

    Natur erleben in Brandenburg: Wir haben zwei Naturgenießer aus Baden-Württemberg auf eine winterliche Entdeckungstour in den Spreewald geschickt - Spreewald im Sommer kann ja jeder!
    Ort: Lübbenau/Spreewald

1. Tag
Nachmittags

Uns vom vorweihnachtlichen Stress eine Verschnaufpause zu gönnen, das ist unser erklärtes Ziel für unser Winterwochenende im Spreewald vor den Toren Berlins. Die Zielgerade unserer Fahrt kündigt sich mit zweisprachigen Ortseingangsschildern an, denn im Spreewald sind alle Orte auch in Sorbisch benannt.

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Kaminkahnfahrt Foto: TMB-Fotoarchiv/Thomas Rathay

Romantik pur auf dem Kahn

Unser erstes Event erwartet uns in Burg/Borkowy, dort sind wir zu einer winterlichen Kaminkahnfahrt bei der Pension Schlangenkönig verabredet. Als wir ankommen, ist Thomas unser Fährmann schon dabei, unseren Kahn fahrbereit zu machen. Es fehlen nur noch die Kannen mit wärmenden Getränken und unsere abendliche Schnuppertour durch den winterlichen Spreewald nur für uns beide kann beginnen.

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Das gibt es noch im Spreewald zu entdecken!

  1. Schloss & Park Branitz

    Herrmann Fürst von Pückler-Muskau legte den Landschaftspark an. Als Vorbild dienten ihm englische Landschaftsparks. Berühmt sind die beiden Pyramiden. Die große Seepyramide ist auch die Grabstätte des Fürsten.

  2. Das Freilandmuseum Lehde

    Das ganze Dorf, das Theodor Fontane einst mit Venedig verglich, steht unter Denkmalschutz. Altwendische Bauernhöfe, ein Heil- und Kräutergarten und historische Trachten lassen sich hier entdecken. 

  3. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus

    Das umgebaute Kraftwerk ist die die "Tate Modern" Brandenburgs und beherbergt das Landesmuseum für Bildende Kunst! Die Ausstellungen bekommen durch die eindrucksvolle Architektur aus den 1920er Jahren ein besonderes Flair.

  4. Mit dem Rad auf dem Gurkenradweg

    Die "Rad fahrende Gurke" weist auf der 260 km langen Radstrecke quer durch den Spreewald den Weg. Die Tour führt durch den Unter- und Oberspreewald. 

  5. Restaurant "Speisenkammer"

    Marco Giedow ist zweifacher "Brandenburger Meisterkoch". In seinem Restaurant "Speisenkammer" kocht er mit hiesigen Zutaten und interpretiert klassische Gerichte ganz neu. 

Abends

Der lodernde Kamin verbreitet eine romantische Stimmung auf dem 9,50 Meter langen und 1,90 Meter breiten Kahn und Fährmann Thomas hat alles sicher im Griff. Er manövriert uns geschickt durch die menschenleeren Wassergassen und wir genießen im Vorbeifahren den Blick auf die massiven alten, auf Steinen gebauten Blockbohlenhäuser.

Neben den vielen Details zum Spreewald erzählt uns Thomas, der gebürtige Burger natürlich auch die Geschichte vom Schlangenkönig, der hier an vielen Häusergiebeln prangt. Eindrucksvoll sind auch die vielen Holzbrücken, die wir durchfahren und eine Stimmung wie in Venedig aufkommen lassen. Gefühlt gehört der Spreewald uns alleine. Das einzige Geräusch ist das Plätschern, wenn Fährmann Thomas das Rudel ins Wasser eintaucht. Die molligen Decken und der Glühwein sind richtig gemütlich und das kleine Kaminfeuer verbreitet eine heimelige Romantik.

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Kaminkahnfahrt Foto: TMB-Fotoarchiv/Thomas Rathay

Nach rund einer Stunde sind wir wieder an der Pension „Schlangenkönig“ zurück und voll im Entspannungsmodus angekommen. Eine kurze Fahrt nach Lübbenau und wir haben unser Nachtlager, das uns in der „Gurkenhauptstadt“ Lübbenau erwartet, erreicht .

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2. Tag
Vormittags

Wer hätte gedacht, dass es sich in einem Gurkenfass so gemütlich übernachten lässt. Die Familie Hanschick hat sich in zentraler Lage in Lübbenau mit den Gurkenfass-Übernachtungen einen kleinen Traum erfüllt. Uns Outdoor- und Campingfans gefällt diese ungewöhnliche Übernachtungsmöglichkeit ausgesprochen gut.

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Schlafen in Gurkenfässern Foto: TMB-Fotoarchiv/Thomas Rathay

Mit einem Durchmesser von rund 2 m und dem einfachen aber durchdachten Innenausbau bieten die Fässer eine komfortable Liegefläche, ein Fenster sorgt für frische Luft und der Heizlüfter wirkt Frostbeulen entgegen, auch Steckdosen sind vorhanden. Wir können also nicht nur unsere eigenen Akkus aufladen, sondern auch die der mobilen Endgeräte und der Kamera. Das Frühstück für uns Übernachtungsgäste wird im direkten angrenzenden Café Hanschick serviert. Diese erste Stärkung brauchen wir auch für die anstehende Vormittagsaktivität.

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Paddeln im Winter? Na klar!

Eine winterliche Paddeltour steht schon ziemlich lange auf unserer Outdoorwunschliste und die Kanu-Winter-Erlebnistour vom Bootsverleih Richter trifft bei uns voll ins Schwarze. Unsere kleine fünfköpfige Paddlergruppe wird mit Kanu, Paddel, Schwimmweste, Spritzschutz und wärmenden Paddelpfötchen (Neopren-Fäustlinge) ausgestattet und dann starten wir unweit des Lübbenauer Hafens zu unserer Wassertour im Biosphärenreservat Spreewald, das ein wahres Paddel-Eldorado ist. Kaum auf dem Wasser, paddelt jeder in seinem eigenen Rhythmus durch die menschenleeren von Birken und Erlen gesäumten Wasseralleen. In dieser beruhigenden Stille sind Gedanken, um noch nicht besorgte Weihnachtsgeschenke, ungeschriebene Karten etc. Lichtjahre entfernt.

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Winterliche Kanutour Foto: TMB-Fotoarchiv/Thomas Rathay
Mittags

Martin Richter, unser Guide, macht uns immer wieder auf die Besonderheiten an Land und auf dem Wasser aufmerksam. Zusammen mit seinem Vater betreibt er den Kanuverleih in Lübbenau und auch noch das erste Kanu+Bike-Hostel im Spreewald.

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Winterliche Kanutour Foto: TMB-Fotoarchiv/Thomas Rathay

Die „Gurken-Drive-Ins“ an denen die Gurkeneinlegebetriebe im Sommer die bekannten Spreewaldgurken direkt an die vorbeikommenden Paddler verkaufen, finden wir besonders faszinierend. Zu gerne würden wir auch die Briefträgerin auf ihrem Postkahn sehen, die in Lehde, einem Dorf mit Insellage, im Sommer die Briefe auf dem Wasserweg zustellt. Ein weiterer Grund, im Sommer nochmal hierher zu fahren! Unsere Mittagspause verbringen wir auf dem Wasser: Martin zaubert frische Muffins, heiße Schokolade und Glühwein aus seinem Kajak hervor. Die rund 2,5 stündige Tour vergeht wie im Flug, ist sehr abwechslungsreich, informativ und mega entspannend.

 

 

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Winterliche Kanutour Foto: TMB-Fotoarchiv/Thomas Rathay

Während die Landschaft im Sommer hier eher einem grünen Dschungel gleicht, bietet die Wasserwanderung in den Wintermonaten den Vorteil, dass man die Landschaft rechts und links beim gemütlichen Vorbeipaddeln wunderbar entdecken kann und nur von schnatternden Entenpaaren begleitet wird. Die Angst vor Erfrierungen war völlig umsonst, wir kamen ziemlich auf Temperatur und könnten noch ewig weiter durch die Kanäle gleiten.

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Nachmittags

Wieder an Land, nehmen wir an der Feuerschale vom Bootsverleih noch einen Abschiedsglühwein, um dann in der Pension "Spreewelten"  im restaurierten Bahnhofsgebäude von Lübbenau einzuchecken. Jedes der 12 Zimmer wurde von einem Künstler gestaltet und eine individuelle Verbindung zum Spreewald herstellte.

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Pension Spreewelten Foto: TMB-Fotoarchiv/Thomas Rathay

„Zwischen Himmel und Wasser“ heißt unser Zimmer und so fühlen wir uns hier auch. Das Bett hat die Form eines Kahns: Wenn man darin liegt, hat man das Gefühl in den Sternenhimmel zu schauen und von plätscherndem Wasser umgeben zu sein. Das benachbarte Baumwipfel-Zimmer erinnert an ein wunderschönes Baumhaus! Eigentlich sollte man hier gleich mehrere Tage in unterschiedlichen Räumen nächtigen, um die Besonderheiten jedes Zimmers zu entdecken. Da wäre ja auch noch der „Lieblingsplatz des Schlangenkönigs“, … Dann machen wir uns auf den Weg zum Schloss mitten im Ortskern von Lübbenau. Hier wird am Wochenende ein englisches Teevergnügen angeboten.

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Abends

Kartoffeln mit Quark und Leinöl, dürfen auf keiner Spreewälder Speisekarten fehlen und selbstverständlich wollen wir diese Hausmannskost auch probieren. In der kleinen kopfsteingepflasterten Altstadt von Lübbenau gibt es einige, urige Gaststätten, wo man die regionale Spezialität probieren kann.

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Kartoffel mit Leinöl und Quark Foto: TMB-Fotoarchiv/Thomas Rathay

Das etwas bitter schmeckende Leinöl ist gewöhnungsbedürftig, finden wir. Vielleicht braucht es einige Anläufe, bis man mit dem Gericht Freundschaft schließen kann. Wir können uns zumindest noch nicht der Fangemeinde anschließen, das lokale Bier schmeckt uns da schon besser! Beim anschließenden kleinen abendlichen Verdauungsspaziergang treffen wir auf einige besonders märchenhafte Gestalten mit denen wir uns für den nächsten Morgen verabreden. Denn jetzt freuen wir uns auf erholsame Träume in unserem Kahn in der Pension "Spreewelten".

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3. Tag
Vormittags

Ein bisschen überrascht sind wir schon, dass wir so gut ausgeschlafen sind. Die Fenster der Pension und auch unser Schlummerkahn hielten wirklich dicht! Nach dem Frühstück starten wir zu unserem Date auf dem Marktplatz. Was uns auf dem Weg dorthin auffällt, sind die mit lustigen Gurkenmotiven bemalten Stromverteilerkästen am Wegesrand. Lübbenau ist sozusagen von Kopf bis Fuß auf Gurken eingestellt und hat sich den Zusatz „Stadt der Gurken“ wahrlich verdient.

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Frau fotografiert bemalten Stromkasten Foto: TMB-Fotoarchiv/Thomas Rathay

Perfekt fänden wir es, wenn auch im Winter an den nun etwas verwaist wirkenden Verkaufsständen, die in unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen eingelegten Gurken angeboten würden. Da könnten wir durchaus auch schon am Morgen schwach werden. Vor dem Rathaus angekommen, gibt es einen tollen Brunnen, dort erwarten uns schon der Schlangenkönig und weitere Figuren die in der Spreewälder Sagen- und Mythenwelt zuhause sind.

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Zum Ausklang nach Lehde

Zum Abschluss machen wir noch eine kleine Wanderung zum Freilandmuseum in Lehde, das rund 3 km entfernt und gut ausgeschildert ist. Hier ist man im Winter wirklich unter sich, , was die wenigen Bewohner sicherlich sehr genießen und wir auch.

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Paar wandert im Spreewald Foto: TMB-Fotoarchiv/Thomas Rathay

Die alten Bauernhäuser sind verschlossen, aber man kann auf dem schönen Gelände herumspazieren und dem einen oder anderen Kahnfahrer vom Ufer aus zuwinken. Auch die Gaststätten sind in der Winterpause, aber unser eigenes kleines Vesperbrot, das wir uns beim Frühstück schmieren durften, schmeckt lecker an der frischen Luft. Beim Einsteigen zur Heimfahrt sind wir uns einig: Weihnachts-Entschleunigung im Spreewald ist eine sehr gute Entscheidung!

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Und so sieht es im Sommer im Spreewald aus ...

Video: Winterausflug in den Spreewald

Mehr Informationen und Tipps für zur Erlebnistour im Spreewald


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