• Barrierefreie Hausboottour, Foto: TMB-Fotoarchiv/Yorck Maecke
    Ort: Zeuthen

1. Tag
Nachmittags

Öfter etwas Neues zu probieren, ist unser Motto: Also starteten wir im Sommer eine Tour mit einem barrierefreien Hausboot. Das geht auch, wenn man mit dem Rollstuhl unterwegs ist. Eine angenehme Überraschung im Gegensatz zu immer wiederkehrenden Barrieren im Alltag.

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Barrierefreie Hausboottour Foto: TMB-Fotoarchiv/Anja Rettig

Eine Hausboottour als Rollstuhlfahrerin zu bestreiten, ist eigentlich eine abwegige Idee. Wenn man mit Krücken unterwegs ist, ist das Verweilen auf Booten eine wackelige Angelegenheit; ein Rollstuhl ist sowieso zu breit für die Gänge und Türrahmen. Das waren meine Vorurteile, bevor ich am Febomobil 990 von Kuhnle-Tours ankam. Das barrierefreie Hausboot liegt in Zeuthen vor Anker. Die Anfahrt ist einfach. Ich muss in Berlin nur in die S-Bahnlinie 8 steigen und ins Grüne bis zur Endstation Zeuthen fahren. Vom Bahnhof aus ist der Weg zur Anlegestelle gut ausgeschildert.

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Im Handumdrehen zum Freizeitkapitän

Mit etwas Hilfe kann ich mit den Krücken die Stufe vom Steg hinabsteigen, ein bisschen wacklig war es dennoch, und gelange auf das Febomobil – ein Ferienhaus auf dem Wasser sozusagen (Ein Tipp für weniger mobile Bootsfahrer: eine barrierefreie Steganlage gibt es an der Villa am See in Wildau. Ein Einstieg ist dort nach Rücksprache möglich). Alle Räume wie der Küchenbereich, das Schlaf- und Badezimmer sind gut zu erreichen und mit dem Rolli kann man ohne Schwierigkeiten rangieren. 

Dann geht es endlich los und wir stechen in See. Ich entere den Fahrstand. Den Schlüssel in das Zündschloss, umdrehen und schon springt der Motor an. Das ist wie beim Autofahren. Um das Lösen der Seile kümmert sich die agile Begleitung, denn wer macht schon einen Bootstrip ganz allein?

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Boote auf der Dahme Foto: TMB-Fotoarchiv/Yorck Maecke
Abends

Das Steuern des Bootes geht nach ein paar Minuten und dank der Einweisung vor dem Start richtig gut. Von der Marina sind wir in die Dahme eingebogen. Wir sind im Wasserrevier der Dahme-Seen unterwegs. Mehr als 70 Seen gibt es hier. Paddler, die am Abend noch eine Runde drehen und kleine und große Motorboote begegnen uns.

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Rollstuhlfahrerin auf Hausboot Foto: TMB-Fotoarchiv/Yorck Maecke

Vorn im Fahrstand weht mir der Wind ins Gesicht. Urlaubsfeeling südlich der Stadtgrenze –perfekt. Das Hausboot ist bequem vom Rollstuhl aus zu steuern. Mich überkommt ein Gefühl von Freiheit auf dem Wasser. Von hier aus könnten wir bis an die Oder fahren. Für das erste Mal reicht uns ein kleiner Rundtrip.

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Barrierefreie Hausboottour Foto: TMB-Fotoarchiv/Yorck Maecke

Wir biegen auf den Krossinsee. Die Sonne taucht den See in ein mildes Licht. Das Schilfufer und das Wasser sind Entspannung pur für unsere Augen. Das Smartphone liegen zu lassen fällt gar nicht schwer. Über dem See liegt eine bezaubernde Stimmung. Allmählich macht die frische Luft hungrig. Eigentlich kein schlechter Ort, um ans Abendbrot zu denken. Das Abendessen gibt es dann standesgemäß an Deck. Neben dem Fahrstand ist noch Platz für einen Tisch. Vor dem Einschlafen gibt es dann das ganz große Brandenburg-Kino: Ein Sonnenuntergang über dem See.

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Barrierefreies Hausboot auf See Foto: TMB-Fotoarchiv/Yorck Maecke
2. Tag
Vormittags

Zweiter Tag unserer Bootspremiere. Nach dem Frühstück geht es los. Das Steuer übernimmt mein Freund Jörg. Ich genieße wieder die Landschaft, die langsam an mir vorbeizieht. Die Sonne schimmert wieder auf der Wasseroberfläche. Ich könnte dieses Schauspiel stundenlang beobachten. Wir fahren weiter in Richtung Süden und nehmen Kurs auf Königs Wusterhausen.

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Barrierefreies Hausboot Foto: TMB-Fotoarchiv/Yorck Maecke
Mittags

Wir haben inzwischen das Steuer um 180 Grad gedreht und sind wieder auf Heimatkurs. An der „Villa am See“ in Wildau machen wir eine letzte Pause. Das Restaurant liegt direkt am Wasser und hat eine Anlegestelle für Boote.

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Barrierefreie Hausboottour Foto: TMB-Fotoarchiv/Yorck Maecke

Es gibt einen stufenlosen Eingang, eine rollstuhlgerechte Toilette und einen großen Terrassenbereich. Für die Kleinen gibt es direkt neben dem Restaurant einen Spielplatz. Die Anlegestelle „Villa am See“ eignet sich gut für Rollstuhlfahrer, die hier stufenlos an Land kommen. Die Rampe an Bord brauchte ich gar nicht, mein Freund hilft mir auch hier mit dem Rollstuhl über die Stufe.

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Wir kommen wieder!

Nach dem Zwischenstopp in Wildau, ist es nur noch ein Katzensprung zur Marina in Zeuthen. Anderthalb Tage auf dem Wasser gehen viel zu schnell vorbei. Dass wir das noch einmal machen, steht fest. Und vielleicht fahren wir Freizeitkapitäne das nächste Mal bis an die Oder oder gleich einmal rund um Berlin!

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Wissenswertes rund um diese barrierefreie Hausboottour


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