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  • Innenstadt der DDR-Planstadt Eisenhüttenstadt, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann Innenstadt der DDR-Planstadt Eisenhüttenstadt, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

    Besondere Orte: Eisenhüttenstadt

    Eisenhüttenstadt: die erste sozialistische Stadt auf deutschem Boden. Auch heute noch beeindruckt die am Reißbrett entwickelte Stadt.

    Eisenhüttenstadt: die erste sozialistische Stadt auf deutschem Boden. Auch heute noch beeindruckt die am Reißbrett entwickelte Stadt.
    Ort: Eisenhüttenstadt

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Architekturdenkmal Eisenhüttenstadt Die sozialistische Idealstadt

Mit dem Aufbau des Eisenhüttenkombinates Ost schlug im Jahr 1950 auch die Geburtsstunde einer neuen Stadt. Hier an der Oder, direkt an der Grenze zu Polen, ist die Idee der ersten sozialistischen Musterstadt in der DDR verwirklicht worden. Sie ist bis heute ein Novum in der deutschen Städtearchitektur und gleichzeitig eine Stadt der zwei Gesichter. Gebaut wurde sie auf der Flur zwischen den alten Orten Schönfließ, Diehlo und Fürstenberg, das schon seit dem Jahr 1255 besteht.

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Die Stadt der zwei Gesichter

Und dieser Gegensatz ist bis heute sichtbar. Auf der einen Seite gibt es die engen Gassen sowie den alten Fischerkiez mit der gotischen Pfarrkirche aus dem 14. Jahrhundert wie sie in Fürstenberg zu sehen sind und auf der anderen Seite den sozialistischen Teil von Eisenhüttenstadt, der bereits 40 Jahre nach Baubeginn wegen seiner Einzigartigkeit unter Denkmalschutz gestellt wurde. 

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Nikolaikirche Fürstenberg (Oder) Nikolaikirche Fürstenberg (Oder), Foto: TMB/Matthias Schäfer

Auf dem Reißbrett geplante Musterstadt

Die „erste sozialistische Stadt auf deutschem Boden“ hieß unmittelbar nach ihrer Fertigstellung zunächst Stalinstadt. Ursprünglich war geplant, die Stadt anlässlich des 70. Todestags von Karl Marx nach ihm zu benennen. Jedoch der Tod Josef Stalins am 5. März 1953 veränderte kurz vor der geplanten Namensgebung die Situation. Allerdings wurde im Rahmen der Entstalinisierung der Name getilgt. Somit entstand im Jahre 1961 mit dem Zusammenschluss von Stalinstadt, Fürstenberg und Schönfließ der Ort Eisenhüttenstadt.

Hier wurde nichts dem Zufall überlassen. Achsenbezüge zum Stahlwerk, Mosaike an den Fassaden, Skulpturen, Plätze und Grünflächen. Alles folgt einer Idee. Entdecken Sie die Planstadt bei einem Spaziergang, für den Sie etwa anderthalb bis zwei Stunden einplanen sollten.

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Das Rathaus von Eisenhüttenstadt Das Rathaus von Eisenhüttenstadt, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Sterneküche und bestes Vanilleeis

Zum Abschluss des Rundgangs durch die Wohnkomplexe sollten sie sich mit dem besten Vanilleeis Deutschlands belohnen. In der „Mocca Milch Eisbar“ wird das Vanilleeis der IceGuerilla aus Beeskow verkauft, gegen die selbst italienische Eishersteller chancenlos sind. Zu den besten Restaurants in Brandenburg gehört das „Bollwerk4“. Im Restaurantführer „Gault&Millau“ (Ausgabe 2017) vergaben die Kritiker 13 Punkte.

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Die Mocca Milch Eisbar in Eisenhüttenstadt Die Mocca Milch Eisbar in Eisenhüttenstadt, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

„Alltagskultur der DDR“ erleben

Ihr baukultureller Wert liegt heute darin, dass schon beim Bau in den 1950er Jahren der Anspruch bestanden hatte, Arbeiten und Wohnen mit sozialer Lebensqualität und kulturellem Gemeinwesen zu verbinden. Wie genau der Alltag in der Planstadt ausgesehen hatte, erfahren Besucher im Dokumentationszentrum „Alltagskultur der DDR“, das in seiner Art einzigartig in Deutschland ist.

Wahrscheinlich gibt es keinen authentischeren Ort als hier in Eisenhüttenstadt, um das alltägliche Leben in der ehemaligen DDR zu dokumentieren. Rund 170.000 Gegenstände des Alltags aus privaten Haushalten, Betrieben und öffentlichen Einrichtungen in der DDR umfasst das Museum. Das Gebäude selbst wurde 1953 ursprünglich als Kinderkrippe gebaut. Bis Mitte der 1990er Jahre gingen hier Mädchen und Jungen in den Kindergarten.

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Museum für DDR-Alltagskultur in Eisenhüttenstadt Museum für DDR-Alltagskultur in Eisenhüttenstadt, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Tom Hanks in der "Iron Hut City"

Über die Grenzen Deutschlands hinaus ist Eisenhüttenstadt spätestens seit dem Besuch von Tom Hanks bekannt geworden. Der Hollywood-Star machte 2011 die Stadt über Nacht in den USA berühmt. In einer Talk-Show sprach er nicht nur über die Dreharbeiten für den Film "Wolkenatlas" in den Babelsberger Filmstudios in Potsdam, sondern auch über Eisenhüttenstadt. Während einer Drehpause machte er einen Abstecher dorthin. Hier bekannte er sich öffentlich als Fan der sozialistischen Modellstadt und kaufte bei seinem zweiten Aufenthalt sogar einen himmelblauen Trabi, der heute in einem Auto-Museum in Los Angeles ausgestellt ist.

In Eisenhüttenstadt gehen die Einwohner längst wieder mit viel Selbstbewusstsein durch die Straßen. In der Tourist-Information neben dem Konrad-Wolff-Theater werden T-Shirts mit dem Aufdruck "Iron Hut City" verkauft. So hat Hollywood-Star Tom Hanks in der Talkshow von David Lettermann den Namen von Eisenhüttenstadt für die amerikanischen Fernsehzuschauer übersetzt. 

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Tom Hanks in Eisenhüttenstadt Tom Hanks in Eisenhüttenstadt, Foto: Tourismusverein Oder Region Eisenhüttenstadt e.V.

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