• Kloster Neuzelle, Foto: TMB-Fotoarchiv/Sebastian Höhn

    Neuzelle - Ihr Reise- und Ausflugsplaner

    Möchten Sie eine Reise oder Ausflug nach Neuzelle planen? Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen & Reiseangebote.

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    Ort: Neuzelle

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Neuzelle - Himmlisches Theater an der Neiße
Was ist hier besonders?

Am östlichsten Rand von Brandenburg steht ein wahres "Barockwunder"- das Zisterzienserkloster Neuzelle. Es zählt zu den bedeutendsten Kunstschätzen im Land und ist gleichzeitig das größte Barockdenkmal Nord- und Ostdeutschlands. Manch einer reibt sich zunächst die Augen, beim ersten Anblick der Klosteranlage. Denn viele erwarten nicht in dieser Region ein derartig vollständig erhaltenes Zeugnis klösterlicher Baukunst. Auch Naturliebhaber und Aktivurlauber kommen in Neuzelle auf ihre Kosten, denn der Erholungsort ist von einer abwechslungsreichen Landschaft umgeben - zum Beispiel dem Naturpark Schlaubetal. Darüber sollten Fernradfahrer, die auf dem Oder-Neiße-Radweg unterwegs sind, nicht versäumen, einen hierher Abstecher zu unternehmen. 

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Was gibt es hier zu sehen?

Die 1268 vom Meißener Markgrafen Heinrich dem Erlauchten gestiftete Klosteranlage ist eines der wenigen vollständig erhaltenen Zeugnisse zisterziensischer Baukunst. Im Mittelpunkt des Klosters steht die katholische Stiftskirche St. Marien - ein Juwel des Barock. Schon von weitem ist der mehr als 70 Meter hohe Glockenturm sichtbar, der das Wahrzeichen des Ortes ist. Das ursprünglich gotische Gotteshaus wurde im 17. und 18. Jahrhundert von italienischen und böhmischen Künstlern umgebaut und zählt seitdem zu den bedeutendsten Barockkirchen Mitteleuropas.

Warum es ein solches Kloster, das man doch eher im süddeutschen Raum erwarten würde, überhaupt in dieser Region gibt, hängt mit der Verschiebung von Grenzen zusammen: Die Niederlausitz gehörte bis Anfang des 19. Jahrhunderts zu Böhmen und Sachsen, erst mit dem Wiener Kongress 1815 fiel das Gebiet an Preußen.

Nördlich der Klosterkirche schließt sich der restaurierte mittelalterliche Kreuzgang und die Klausur an. Dieser abgegrenzte Bereich war einst den Ordensangehörigen vorbehalten. Beide Teile des Klosters verfügen über repräsentative Kreuzrippengewölbe und Malereien aus dem Mittel- und Spätmittelalter. Eine zweite barocke Kirche befindet sich südlich der Anlage - die evangelische Pfarrkirche zum Heiligen Kreuz. Sehenswert ist hier das 125 Quadratmeter große Kuppelfresko.

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Barocke Klosterkirche in Neuzelle von innen Barocke Klosterkirche in Neuzelle von innen, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Himmlisches Theater

Ein ganz besonderer Schatz des Klosters ist seit März 2015 zu besichtigen. Das so genannte "Himmlische Theater": Ein Museum für die Neuzeller Passionsdarstellungen vom Heiligen Grab, das im ehemaligen Pferdestall des Kutschstallgebäudes sowie in einem unterirdisch angelegten Neubau entstanden ist. Die um 1750 entstandenen Darstellungen gelten in ihrem Umfang, ihrer Größe und künstlerischer Qualität als sensationell. Erstmals seit mehr als 150 Jahren sind die beiden Szenen "Judaskuss" und "Kreuztragung" mit 86 Figuren und Tafeln nach jahrelanger Restaurierung wieder öffentlich zu sehen. 

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Himmlisches Theater im Kloster Neuzelle Himmlisches Theater im Kloster Neuzelle, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Was kann man hier sonst noch unternehmen?

Wer die kulinarischen Seiten des Klosters kennen lernen möchte, der sollte es nicht versäumen, an einer Führung in der letzten produzierenden Klosterbrauerei des Landes Brandenburgs teilzunehmen. Hier kann man dem Braumeister über die Schulter schauen und sich ein Bild von der jahrhundertealten handwerklichen Kunst des Bierbrauens machen. Schließlich besitzt das Kloster schon seit 1589 das Braurecht. Hochprozentiges gibt es übrigens im nahe gelegenen Klosterhotel, in dem unter anderem die Schaubrennerei "La Distillerie" Quartier bezogen hat.

Ein weiterer Anziehungspunkt ist der Klostergarten, der sich im östlichen Teil befindet. Mit seinen im 18. Jahrhundert errichteten Wegen und Gewässern, seinen steil abfallenden Terrassen sowie seinem historischen Pflanzenbestand gilt er heute als einziger Barockgarten Brandenburgs. Das rund fünf Hektar große Areal war für die Mönche einst nicht nur ein Ort der Ruhe und Besinnung. Ebenso bauten sie hier Wein an. Diese Tradition ließ der Verein der Klosterwinzer im Jahr 2002 wieder aufleben und begann damit, rund 400 Rebstöcke zu pflanzen.

Einblicke in das Leben der damaligen Bediensteten des Klosters bekommen Besucher im Strohhaus. Das Gebäude mit Rohrdeckung wurde 1780 erbaut und zählt zu den ältesten Bauwerken im Ort. Das Kloster ist darüber hinaus regelmäßig Veranstaltungsort für Konzerte und Lesungen sowie im Sommer einer der Austragungsorte des Festivals "Oper Oder-Spree".

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Verkaufsraum der Schnapsbrennerei des Klosterhotels Neuzelle Verkaufsraum der Schnapsbrennerei des Klosterhotels Neuzelle, Foto: Klosterhotel Neuzelle

Das sollten Sie nicht verpassen!

Unweit von Neuzelle entfernt liegt der Naturpark Schlaubetal - eine Schatzkammer der Artenvielfalt. Drei Viertel aller in Brandenburg vorkommenden Tier- und Pflanzenarten finden sich im Schlaubetal und einige davon sogar nur dort. Das Schlaubetal ist das Herz des Naturparks und eines der schönsten Bachtäler im Land. Geformt wurde es von den beiden Eiszeiten. Hier windet sich die Schlaube wie ein Mittelgebirgsbach durch ein tiefes Kerbtal.

Die Eiszeit formte aber nicht nur die Landschaft, sondern hinterließ auch mächtige Naturdenkmale - riesige Findlingsblöcke. Der größte in dieser Region ist der "Kobbelner Stein". Nicht von der Eiszeit geprägt, sondern von Menschenhand geschaffen, wurde der Findlingspark bei Henzendorf. Auf einer rund vier Hektar großen Fläche wurden bearbeitete und unbearbeitete Findlinge aufgestellt und bilden von weitem betrachtet eine Einheit mit der Natur, als ob sie schon immer hier gewesen sind.

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Schlaubetal Schlaubetal, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

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