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            Foto: Bundesregierung/Berg Angela Merkel besucht Spielberg und Tom Hanks beim Dreh, Foto: Bundesregierung/Berg
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„Bridge of Spies“ - Der Unterhändler Spionagedrama auf der Glienicker Brücke

12. Dezember 2019 von Marc Doebert

Die politische Stimmung Anfang der sechziger Jahre ist international aufgeheizt, um nicht zusagen zum Zerreißen gespannt. Die atomaren Supermächte der Vereinigten Staaten von Amerika und der Sowjetunion stehen sich unversöhnlich gegenüber. Entsprechend geprägt sind die Nachrichten beider Lager. Täglich laufen neue Eilmeldungen über die Fernsehbildschirme, die vom kommunistischen bzw. imperialistischen Feind berichten. Jeder strategische Schritt, jede politische Entscheidung will wohl überlegt sein. Schließlich könnte es im Zeitalter der Atomwaffen die letzte sein.

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Kinoplakat von Bridge of Spies Kinoplakat von Bridge of Spies, Foto: 2015 Twentieth Century Fox

Ein Angebot, das er nicht ablehnen kann

Zu dieser Zeit, mitten im Kalten Krieg, erhält der Versicherungsanwalt James B. Donovan den umstrittenen Auftrag, den in New York inhaftierten sowjetischen Spion Rudolf Iwanowitsch Abel als Pflichtverteidiger vor Gericht zu vertreten. Was sich von Anfang an als aussichtsloser Fall darstellt, wird zur persönlichen Herausforderung und Zerreisprobe für den Ehemann und Familienvater Donovan. Dennoch bauen der pflichtbewusste Anwalt und sein Mandant nach und nach eine freundschaftliche Beziehung auf. “Stoikiy muzhik”, so bezeichnet der wegen Landesverrats eingesperrte Abel seinen Anwalt, was russisch ist und so viel heißt wie „standhafter Mann“. Ein Mann, der trotz aller Widrigkeiten immer wieder aufsteht und weiter für seine Sache kämpft.

Diese mentale Stärke braucht der New Yorker Advokat auch. Schließlich erfahren er und seine Familie durch den Spionagefall zahlreiche Anfeindungen seitens der Bevölkerung und der Presse. Sogar das Wohnhaus der Donovans wird eines Nachts aus einem vorbeifahrenden Auto heraus beschossen. Doch ans Aufgeben denkt Donovan nicht. Er steht auf, macht weiter, kämpft weiter. Schließlich ist er es, der den Richter davon überzeugt, nicht die Todesstrafe auszusprechen, sondern eine 30-jährige Haftstrafe. Donovans geschickte Argumentation: Abel könnte für einen potenziellen Austausch dienen, falls irgendwann ein amerikanischer Spion auf Seiten des kommunistischen Feinds gefasst werden sollte.

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Tom Hanks und Steven Spielberg Tom Hanks und Steven Spielberg, Foto: 20th Century Fox

Geschichtsträchtiger Austausch zwischen Ost und West

Und siehe da, Donovans Vorhersage bewahrheitet sich tatsächlich. Am 1. Mai 1960 wird der Pilot Francis Gary Powers bei einem Spionageflug von der sowjetischen Flugabwehr vom Himmel geholt und kurze Zeit später von einem Sowjet-Militärgericht zu zehn Jahren Haft verurteilt. Kurze Zeit später wird Donovan von der CIA als Unterhändler nach Ost-Berlin gesandt, um dort mit den Sowjets über einen Agentenaustausch zu verhandeln.

Knapp zwei Jahre später ist es schließlich soweit. Am frühen Morgen des 10. Februars 1962 stehen sich die zwei Supermächte an der Grenze zwischen DDR und Bundesrepublik persönlich gegenüber. Nicht am Checkpoint Charlie, sondern an beiden Enden der Glienicker Brücke, der stählernen Verbindung zwischen Ost und West. Bei Minusgraden stehen Donovan und Abel auf der West-Seite der Brücke. Schischkin und Powers befinden sich auf der Ost-Seite. Nach zähen Verhandlungen und zahlreichen Wendungen dürfen die beiden Spione aus vermeintlich so unterschiedlichen Welten nun endlich wieder heimkehren. Und auch Donovan darf nun in den Schoß seiner Familie zurückkehren. Schließlich hat er mit dem Austausch das Unmögliche wahr gemacht und wird deshalb in den USA als Held gefeiert. Eben ein wahrer “Stoikiy muzhik“.

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Hollywood zu Gast in Brandenburg

Für seinen Agententhriller „Bridge of Spies“ kam für Steven Spielberg von Anfang an kein anderer Ort infrage als die Brücke zwischen Potsdam und Berlin. Zwar spielte die Glienicker Brücke gewissermaßen die Hauptrolle in diesem aufregenden Spionagedrama, doch auch weitere wichtige Filmszenen wurden an besonderen Orten in Brandenburg gedreht.

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Blick auf die Glienicker Brücke Blick auf die Glienicker Brücke, Foto: TMB-Fotoarchiv/Katrin Schreinemachers

Glienicker Brücke: Stählerne Verbindung zwischen Ost und West

Der geschichtsträchtige Austausch der beiden Spione Abel und Powers wurde im Film dramatisch in Szene gesetzt. Dabei gestaltete sich auch die Vorbereitung auf diesen cineastischen Filmmoment als ereignisreich. Schließlich mussten allerlei Institutionen ins Bild gesetzt und Zustimmungen eingeholt werden. Ganze fünf Monate wurde die Sperrung der wichtigen Verbindung zwischen Potsdam und Berlin vorbereitet. Nicht weniger als 23 Behörden und Einrichtungen mussten ihre Zustimmung für die Sperrung der Brücke geben. Eine Mitarbeiterin des Studio Babelsberg machte fast sechs Monate lang nichts anderes, als Genehmigungen einzuholen und Absprachen zu treffen. Ein Woche war die Glienicker Brücke während des Drehs für den Verkehr gesperrt – außer für Rettungsfahrzeuge. Und drei Mal musste Regisseur Steven Spielberg auch die Kameras anhalten, um die Feuerwehr durchzulassen.

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Bahnhof Erkner: S-Bahn-Szenen im Depot

Voller Vorfreude empfingen die S-Bahn-Mitarbeiter die Stars aus Hollywood in ihrer Triebwagenhalle in Erkner. Regisseur Steven Spielberg und sein Hauptdarsteller Tom Hanks betraten das Werksgelände mitsamt ihrer fast 80 Fahrzeuge, hunderten Komparsen und etlichen Mitarbeitern. Gedreht wurden hier die S-Bahn-Szenen, in denen der von Tom Hanks gespielte Anwalt James Donovan von West nach Ost fährt. Dabei wird er unter anderem Augenzeuge eines dramatischen Vorfalls an der damals noch jungen Berliner Mauer.

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Tom Hanks und Sebastian Koch beim Dreh vor Schloss Marquardt Tom Hanks und Sebastian Koch beim Dreh vor Schloss Marquardt, Foto: 2015 Twentieth Century Fox

Schloss Marquardt: Anwaltskanzlei des DDR-Unterhändlers Vogel

In verschneiter Kulisse dient Schloss Marquardt als Arbeitssitz für den DDR-Unterhändler Wolfgang Vogel, gespielt von Schauspieler Sebastian Koch. In „Bridge of Spies“ verhandeln Donovan und Vogel hier nicht nur über die Zukunft des US-Spions Gary Powers, sondern auch die zusätzliche Freilassung des amerikanischen Studenten und zu Unrecht inhaftierten Frederic Pryor. Vor den Toren des Schlosses liefern sich die beiden Unterhändler das ein oder andere Wortgefecht vor verschneiter Kulisse. Für echten Schnee war es zum Zeitpunkt der Dreharbeiten jedoch zu warm, weshalb die Filmcrew insgesamt sieben Tonnen Kunstschnee einsetzte.

Schloss Marquardt bei Potsdam beherbergte allerdings nicht nur Hollywood-Schauspieler Tom Hanks. Die eindrucksvolle Schlossanlage am Schlänitzsee diente einer Vielzahl von Regisseurinnen und Regisseuren als spannendem Drehort. So fanden hier beispielsweise die Dreharbeiten für die dänisch-schwedische Kinoproduktion „Astrid“ statt.

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Sehenswerte Orte des Films in Brandenburg

Wandeln Sie auf den Pfaden der Kinomacher Hollywoods und entdecken Sie die zahlreichen Orte des Films in Brandenburg. Hinter vielen Drehorten verbergen sich spannende Geschichten und oftmals weitere aufregende Orte abseits filmischer Ereignisse.  


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