• Auf dem Weg zur Weihnachtsbaumplantage in Werder, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

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Zu Weihnachten Axt und Säge selber schwingen
Hier kann man seinen Weihnachtsbaum selber schlagen

29. November 2013 von Matthias Schäfer

Gegen Ende des Jahres erstrahlt er wieder in vollem Glanz – der Weihnachtsbaum. Ob mit elektrischer Beleuchtung oder echten Kerzen, die ein besonders behagliches Licht verbreiten. Doch wer bei der Wahl des Baumes auf regionalen Anbau schwört und selber gerne Axt und Säge schwingen möchte, muss sich raus aufs Land begeben.

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Wer rechtzeitig im Wald ist, hat die Chance, sich den schönsten Weihnachtsbaum zu fällen. Foto: TMB-Fotoarchiv/Franziska Gilli

Eigentlich ist es verboten, einfach in den Wald zu gehen, um dort Bäume zu fällen. Eine Ausnahme besteht jedoch in der Vorweihnachtszeit. Dann öffnen viele Forstämter und private Waldbesitzer ihre Ländereien für Besucher, um sich in Brandenburgs Wäldern selbst einen Weihnachtsbaum schlagen zu können. Die Bäume gibt es zwar nicht kostenlos, dafür aber erheblich billiger, wenn man selbst Hand anlegt. Wer sie bereits fertig geschlagen bei einem Tannenbaum-Händler in der Stadt kauft, zahlt meist drauf.

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Auch an das Werkzeug ist schon gedacht: Forstämter und Waldbesitzer bieten gegen Entgelt das Weihnachtsbaumschlagen an. Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

In Brandenburg gibt es zahlreiche Adressen von privaten Waldbesitzern oder Förstereien, die eine große Auswahl an Nadelbäumen zum selber schlagen anbieten - angefangen von Kiefern über Fichten und Douglasien bis hin zu Tannen.

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Nadelbäume aus regionalem Anbau

Auch ist es ökologischer, einen Baum aus heimischen Wäldern zu holen, denn weite Lieferwege entfallen. Außerdem wachsen die Bäume ganz natürlich ohne chemische Dünger und die Förstereien geben ohnehin nur jene Exemplare frei, die sowieso gefällt werden müssen. Außerdem ist der selbst geschlagene Weihnachtsbaum frischer als die Exemplare der Händler. Sie verlieren im warmen Wohnzimmer weniger schnell ihre Nadeln.

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Während die Eltern den Baum schlagen, verteilt in Mellensee der Weihnachtsmann Geschenke. Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Wer also selbst Hand anlegen möchte, verbindet dies am besten mit einem schönen winterlichen Ausflug aufs Land. Zum Beispiel nach Mellensee im Landkreis Teltow-Fläming. Hier kann man Weihnachtsbaum schlagen, Draisine fahren und Glühwein trinken bestens miteinander verbinden.

Zunächst geht es mit einer Hebeldraisine in den Weihnachtsbaumwald, um dort den schönsten Baum fürs Fest zu finden. Bei einer Glühwein-Pause am Lagerfeuer kann anschließend jeder seinen individuellen Plan schmieden, welcher Nadelbaum in diesem Jahr im Wohnzimmer oder eigenen Garten stehen soll.

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Nach getaner Arbeit gibt es Glühwein am Lagerfeuer. Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Mit Axt und Säge ausgerüstet wird sich dann im Wald auf die Suche nach dem schönsten Baum gemacht. An allen Wochenenden im Advent startet die Tour jeweils um 11 Uhr am Bahnhof in Zossen.

Auch nach Werder lohnt sich ein winterlicher Ausflug. In der Blütenstadt an der Havel wachsen nicht nur Äpfel, Kirschen, Erdbeeren und Wein, sondern auch Weihnachtsbäume. Auf der mehr als 50 Hektar großen Plantage des Werderaner Tannenhofs gibt es eine große Auswahl: unter anderem Nordmanntannen, Blaufichten und Schwarzkiefern. Und das alljährliche "Weihnachtsbaum selber schlagen" ist ein Erlebnis für die ganze Familie.

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Auch in Werder (Havel) gibt es die Möglichkeit, seinen Weihnachtsbaum selbst zu schlagen. Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Bei einer kleinen Wanderung über die Plantage kann man sich in Ruhe den besten Baum aussuchen und absägen. Wer nicht das passende Werkzeug zur Hand hat, kann sich vor Ort auch eine Säge und dazu einen Karren leihen. An der Kasse wird jeder Baum für den heimischen Ständer passend gemacht und für den Transport nach Hause in ein Netz gepackt. Zum Aufwärmen danach oder den kleinen Hunger zwischendurch gibt es im eigenen Hofladen oder auf dem kleinen Adventsmarkt Kaffee und Glühwein sowie Bratwurst.

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In Werder kann zum Abschluss des Tages noch der hofeigene Adventsmarkt besucht werden. Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Ebenso das kleine und erstmalig 1364 erwähnte Dorf Danewitz im Barnim bei Biesenthal ist einen Besuch wert. Der Ort mit seinen zahlreichen Gebäuden aus Feldsteinen hat bis heute seinen historischen Charakter weitgehend bewahren können. Aus Feldsteinen sind hier jedoch nicht nur viele Häuser gebaut, sondern auch fünf alte Feldsteinbacköfen, die auf den Wiesen der Grundstücke stehen.

Nachdem 1826 ein verheerender Großbrand weite Teile des Dorfes zerstört hatten, durften die Backöfen danach nur noch in sicherer Entfernung von mindestens 50 Metern von den Gehöften wieder aufgebaut werden. Diese Backöfen wurden bis nach dem Zweiten Weltkrieg genutzt. Doch erst 1995 lebte dieser alte Brauch des Brot- und Kuchenbackens in den Feldsteinöfen wieder auf: zum Beispiel beim alljährlich stattfindenden Backofenfest im Mai.

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Einer von bis heute noch fünf erhaltenen Feldsteinbacköfen in Danewitz bei Biesenthal. Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Aber auch zur Vorweihnachtszeit besteht die Möglichkeit, einen der historischen Öfen zu bestaunen. Denn auch auf dem Grundstück der Familie Gesche steht einer von einstmals zehn Feldsteinbacköfen, aus dem Besucher sich nach dem erfolgreichen Schlagen eines Weihnachtsbaumes mit frisch gebackenem Brot und Kuchen stärken können.

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Informationen

Mellensee, Erlebnisbahn: www.erlebnisbahn.de

Werder, Tannenhof: www.werderaner-tannenhof.de

Danewitz, Tannen Gesche: Telefon 03337-3346

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