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  • Der Fluss Schwärze, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer Der Fluss Schwärze, Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer
    Ort: Eberswalde

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Der Schatz von Eberswalde Eine Geschichte aus dem Schwärzetal

02. April 2014 von Matthias Schäfer

Märchenhafte Moore, stille Laub- und Nadelwälder sowie eiszeitliche Gewässer rund um das Nonnenfließ und Schwärzetal. Wer jetzt denkt, dies seien weit abgelegene Ziele, der irrt. Gleich am südlichen Stadtrand von Eberswalde beginnt dieses einmalige Naturparadies im Nordosten Brandenburgs.

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Eingangstor Forstbotanischer Garten Eberswalde Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Wer vom Hauptbahnhof zur Rudolf-Breitscheid-Straße und dann in Richtung Forstbotanischen Garten schlendert, ahnt noch nicht, dass die Wildnis nur einen Steinwurf von hier entfernt ist. Wenige Meter weiter ist der Autoverkehr nicht mehr wahr zu nehmen. Nur ungewohnte Vogellaute sind zu hören, im nächsten Moment gurrt in der Ferne leise eine Taube. Dann schwingt sich ein Graureiher majestätisch knapp über der Wasseroberfläche der Schwärze durch die Luft.

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Anna Kolossova, Naturpädagogin bei der Stiftung WaldWelten in Eberswalde während einer Kräuterwanderung durch das Schwärzetal. Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Ein kleines Paradies tut sich auf, das wie geschaffen ist für Biber, Fischotter, Graureiher und seltene Fischarten - und das alles in unmittelbarer Nähe zur Stadt. "Das ist unser Märchenwald - es ist der Schatz von Eberswalde" sagt Anna Kolossova, Naturpädagogin bei der Stiftung WaldWelten in Eberswalde. Sie führt an diesem Tag Besucher bei einer Kräuterwanderung durch das Schwärzetal und erklärt, dass Wildkraut nicht gleich Wildkraut ist und dass viele Kräuter sehr schmackhaft und vitaminreich sind, andere heilende Wirkung haben.

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Die Natur erwacht: Hier haben die ersten grünen Blättchen des Gierschs den Waldboden durchstoßen. Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Am Forstbotanischen Garten beginnt die kleine Rundtour durch das rund 145 Hektar große Waldgebiet, das die Stiftung WaldWelten gepachtet hat. Und obwohl die Bäume noch kahl sind und keine Blätter haben, ist das Frühlingserwachen der Natur beim zweiten Blick nicht zu übersehen. "Man muss nur die Augen schärfen und etwas genauer hinsehen", sagt Anna Kolossova. Nach wenigen Metern zeigt sie auf ein zartes Pflänzchen, das bereits aus dem Waldboden sprießt. "Das ist Giersch - ein Wildkraut, das gut in eine Gründonnerstagssuppe passt, die traditionell vor dem Osterfest gekocht wird", erzählt sie.

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Naturparadies Schwärzetal: Schwarzerlen, die noch ohne Laub sind, säumen das Ufer. Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Insgesamt sollten neun verschiedene Kräuter in diese Suppe kommen. Neben Giersch zum Beispiel Wiesenlabkraut, Sauerklee, Löwenzahn, Brennnesseln und das bittere Schaumkraut - allesamt Kräuter, die jetzt ebenso schon im Wald zu finden sind. Und so habe ich an diesem Tag völlig neue Geschmackserlebnisse. Das bittere Schaumkraut ist besonders lecker und schmeckt ein bisschen wie Kresse, ist leicht scharf und hat eine Senf-Note.

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Das Milzkraut mit den kleinen gelben Blüten soll gut für die Milz sein. Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Die Tradition der Gründonnerstagssuppe beruht auf dem Glauben, über die Heilwirkung der Kräuter die Kraft des Frühlings aufzunehmen. "Tatsächlich hat die Kräutersuppe mit ihren gesunden und vitaminreichen Zutaten eine vitalisierende und entschlackende Wirkung. Sie weckt die Lebensgeister und stärkt Leber und Nieren", berichtet Anna Kolossova. Wenige Meter weiter beginnen bereits das Milzkraut sowie das Leberblümchen zu blühen. Mehr über die heilende Wirkung von Kräutern können Besucher auch auf dem Heilkräuter-Lehrpfad durch dieses Gebiet erfahren.

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Auf dem Lehrpfad gibt es Wissenswertes über Wildkräuter zu erfahren. Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Ein weiteres zentrales Projekt der Stiftung WaldWelten ist der so genannte Klimawandelwald. Der sich abzeichnende globale Klimawandel werde zu tiefgreifenden Veränderungen der Wachstumsbedingungen heimischer Wälder führen. Um die ökologischen Folgen abschätzen zu können soll in den nächsten 30 bis 50 Jahren das Wachstum nicht-heimischer Baumarten untersucht werden. "Hier in Eberswalde haben wir deshalb damit begonnen, Laub- und Nadelbäume aus fast allen Teilen der Erde anzupflanzen", sagt Bernhard Götz, Vorstand der Stiftung WaldWelten. Dazu zählen zum Beispiel portugiesische und trojanische Eichen oder Arten aus den Pyrenäen.

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Industriegeschichte wie dieser stillgelegte Kran ist auf dem Gelände des Familiengartens zu entdecken. Foto: TMB-Fotoarchiv/Matthias Schäfer

Nach all den interessanten Eindrücken und Erkenntnissen haben sich die Besucher am Ende der Wanderung eine kleine Belohnung verdient. Zur Stärkung gab es frisch zubereitete Wildkräuterbutter und dazu ein ganz spezielles Getränk. "Das ist unser einzigartiger WaldWelten-Tee, aufgebrüht auf leicht zerriebenen Douglasien-Nadeln", erklärt Bernhard Götz. Das warme, leicht rötlich gefärbte Getränk mit Honig hat ein feines zitroniges Aroma und ist äußerst schmackhaft.

Zurück geht es mit dem Bus der Linie 865 in Richtung Hauptbahnhof. Und wer noch etwas mehr Zeit mitgebracht hat, lässt sich mit einem der O-Busse durch die Stadt chauffieren - zum Beispiel zum Familiengarten. Eberswalde ist eine von nur noch drei Städten in ganz Deutschland, die auf dieses umweltfreundliche Verkehrssystem seit 1940 setzt. Nur in Solingen und Esslingen fahren bis heute ebenso O-Busse.

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Das muss man in Eberswalde erleben


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