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  • Kloster Neuzelle, Foto: TMB-Fotoarchiv/Sebastian Höhn Kloster Neuzelle, Foto: TMB-Fotoarchiv/Sebastian Höhn

    Mit DB Regio Nordost nach Neuzelle

    Besuchen Sie das "Barockwunder" der Gegenreformation und informieren Sie sich über die günstige und bequeme Anreise mit der Bahn.

    Besuchen Sie das "Barockwunder" der Gegenreformation und informieren Sie sich über die günstige und bequeme Anreise mit der Bahn.
    Ort: Neuzelle

Zum „Barockwunder“ der Gegenreformation Mit DB Regio Nordost nach Neuzelle

Anreiseempfehlung:

Ab Berlin Hbf stündlich mit dem RE 1 bis Frankfurt/Oder, dort umsteigen in die RB 11, Fahrzeit: etwa 1¾ Stunden. Vom Bahnhof ca. 15 Minuten Fußweg zum Kloster.

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DB-Reformationsausflüge Karte Neuzelle DB-Reformationsausflüge Karte Neuzelle, Foto: terra press GmbH

Begeben Sie sich auf die Spuren der Reformation in Neuzelle...

Das „Barockwunder Brandenburgs“: So klangvoll sein Spitzname, so prächtig ist das Kloster Neuzelle. Die 1268 vom Meißener Markgrafen Heinrich dem Erlauchten gestiftete Anlage ist eine der wenigen vollständig erhaltenen Zeugnisse zisterziensischer Baukunst. Neben geschichtsträchtigen Mauern bietet die reizvoll an der Oder gelegene Gemeinde Neuzelle auch prickelnde Gaumenfreuden und aktives Naturerlebnis.

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Kloster Neuzelle Kloster Neuzelle, Foto: Stiftung Stift Neuzelle

Barocke Pracht und Reformation - wie passt das zusammen?

Neuzelle, das Barockwunder in Brandenburg: katholische Prachtentfaltung, wie man sie sonst nur in Kirchen Süddeutschlands kennt. Was soll das mit der Reformation zu tun haben? Schauen wir uns Neuzelle einmal mit anderen Augen an – und wir erkennen, dass in Brandenburg vieles möglich war und immer noch ist. Wir versetzen uns zurück in die Zeit, als hier an der Oder Zisterziensermönche unter dem Motto „Beten und arbeiten“ eine ertragreiche Landwirtschaft betrieben. Dazu gehörten auch ein Teich, in dem Fische gezüchtet wurden, ein Mühlbach, der eine Wassermühle in Gang setzte, Weinberge, Hopfenstangen, eine Brauerei und natürlich ausgedehnte Felder im Besitz der Zisterzienser. Die um 1390 errichtete Klosteranlage unterschied sich kaum von denen in Lehnin, Himmelpfort oder Chorin. Aus Backstein kunstvoll gemauert, jedoch im Inneren nüchtern und schmucklos – so, wie es bei den Zisterziensern üblich war. Zur Zeit der Reformation gehörte Neuzelle zur Niederlausitz, also zum Königreich Böhmen. Der in Prag residierende König war und blieb katholisch. Anders seine Untertanen an der Grenze zu Brandenburg. Dort schlossen sich viele Dörfer dem lutherischen Glauben an – und die Obrigkeit duldete es. Zumindest solange sie auch weiterhin ihre Abgaben an das Kloster leisteten. Neuzelle blieb eine katholische Exklave.

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Während des Dreißigjährigen Krieges plünderten schwedische Truppen das Kloster. Der Wiederaufbau ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Die ökonomische Kraft der Zisterzienser ließ es zu, diesmal alle Demut und Bescheidenheit beiseite zu lassen und einen Prunk zu entfalten, der weit ins protestantische Brandenburg hinein strahlen sollte. Die gotische Kirche wurde in einen prächtigen Barockbau verwandelt, ohne dass der ursprüngliche Baukörper wesentlich verändert wurde. Mit der Weihe eines neuen Hochaltars erlebte diese Verwandlung 1741 ihren Höhepunkt. Die Mönche fühlten sich hier als katholische Diaspora, bis im Jahr 1815 die Niederlausitz zu Preußen kam und auch in Neuzelle die Reformation „nachgeholt“ wurde. Zwei Jahre später wurde das Kloster aufgehoben und die Klosterkirche der katholischen Gemeinde des Ortes zur Nutzung übergeben. Wie die jetzt im eigenen Museum gezeigten Passionsdarstellungen vom Heiligen Grab dokumentieren, wurde ein erheblicher Aufwand betrieben, um das katholische Leben attraktiv zu machen. Inzwischen gibt es Bestrebungen, in Neuzelle wieder Mönche anzusiedeln. Die nahe Kreuzkirche wurde der evangelischen Gemeinde zur Verfügung gestellt. Da diese die Innenausstattung nicht veränderte, gehört sie zu den in Brandenburg seltenen Kirchen mit barocker Ausstattung und protestantischer Liturgie.

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Barocke Inszenierung im alten Weinberg

Im Innenhof des Klosters wartet eine nicht minder "großartige" Attraktion: das Museum "Himmlisches Theater", das die berühmten Neuzeller Passionsdarstellungen vom Heiligen Grab zeigt. Mit einem Heiligen Grab erinnern die Kirchen zu Ostern an den Leidensweg Jesu. Die bemalten Leinwände und Holztafeln entstanden um 1750 und sind bis zu sechs Meter hoch. Nicht nur wegen ihres Umfangs und ihrer Größe, sondern gerade auch wegen ihrer künstlerischen Qualität gelten sie als einzigartig in Europa.

Das Entree des Museums ist im ehemaligen Kutschstall untergebracht. Der Ausstellungsraum der Passionsdarstellungen wurde in den alten Weinberg des Klosters gebaut. Gedämpftes Licht empfängt den Besucher. Das Neuzeller Heilige Grab nutzt theatralisch die Mittel und Möglichkeiten barocker Inszenierung und ist auch technisch eine Meisterleistung. Von den 15 Passionsszenen sind nach umfangreicher Restaurierung die beiden Szenen "Judaskuss" und "Kreuztragung" mit 109 Figuren und Tafeln erstmals seit über 150 Jahren wieder vollständig in der Öffentlichkeit zu sehen. Die Anordnung der Figuren und Tafeln ergibt einen verblüffenden dreidimensionalen Eindruck mit einer überwältigenden Fülle an Details.

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Weinbau im Klostergarten

Neben der Stiftskirche St. Marien und dem spätgotischen Kreuzgang ist der barocke Klostergarten ein besonderer Anziehungspunkt. Mit seinen im 18. Jahrhundert errichteten Wege- und Wasseranlagen, seinen steil abfallenden Terrassen sowie seinem historischen Pflanzenbestand gilt er heute als einziger Barockgarten in Brandenburg. Das rund fünf Hektar große Areal war für die Mönche in Neuzelle übrigens nicht nur ein Ort der Ruhe und Besinnung. Sie bauten hier bis 1840 auch Wein an. 2002 ließ der Verein der Klosterwinzer diese Tradition wiederauferstehen und begann, rund 400 Rebstöcke anzupflanzen. Sieben rote und weiße Rebsorten – unter anderem Goldriesling, Muskat und Phoenix – gedeihen seitdem auf dem einst verwilderten Robinienhang. Zu besonderen Anlässen bietet der Winzerverein Führungen mit anschließender Verkostung und Winzervesper an.

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Kloster Neuzelle Kloster Neuzelle, Foto: TMB-Fotoarchiv/Sebastian Höhn

Wenn Sie noch mehr Zeit haben...

Neben einem der schönsten Weinberge Brandenburgs finden Sie in Neuzelle auch die letzte produzierende Klosterbrauerei des Landes. Bereits im 13. Jahrhundert brachten die Mönche das traditionsreiche Handwerk hierher; zunächst für den Eigenbedarf, ab 1589 gewerblich. Wenn Sie sich zu einer Führung anmelden, können Sie dem Brauer über die Schulter schauen und natürlich die Bierspezialitäten verkosten. Hochprozentige Genüsse gibt es im nahe gelegenen Klosterhotel. In der Schaubrennerei „La Distillerie“ können Sie live erleben, wie edle Brände und Liköre entstehen – und sich sogar selbst als Brennmeister versuchen.

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Klosterbrauerei Neuzelle Klosterbrauerei Neuzelle, Foto: TMB

Mit dem Rad immer an der Oder entlang…

Wenn Sie mit dem Rad unterwegs sind (Räder können Sie auch in der Besucherinformation im Kloster Neuzelle leihen), können Sie die Flusslandschaft Oder auf dem Oder-Neiße-Radweg entdecken. Deutschlands östlichster Radweg lockt mit lebendigen Städten, historischen Dorfkernen und einer unberührten Tier- und Pflanzenwelt.

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Oder-Neiße-Radweg Oder-Neiße-Radweg, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

…oder ins verwunschene Schlaubetal

Unweit von Neuzelle liegt das idyllische Schlaubetal, eines der schönsten Bachtäler Brandenburgs. Naturgenießer finden hier eine Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren, die ihresgleichen sucht. Geformt wurde das Schlaubetal von der letzten Eiszeit. Sie ließ auf engem Raum eine abwechslungsreiche Landschaft entstehen, die mal flach, mal wild bewegt und vielerorts atemberaubend schön ist.

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Schlaubetal Schlaubetal, Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Noch mehr schöne Ausflüge mit DB Regio Nordost?

Neu: Die Ausflug-App von DB Regio Nordost. Damit finden Sie immer den perfekten Ausflug: von Stadtrundgang bis Fahrradtour, für Familien, Genießer und Entdecker. In der App haben Sie alle wichtigen Informationen wie Öffnungszeiten und Offline-Karten in der Tasche und können sich vor Ort bestens orientieren. Mit der Umkreissuche finden Sie schnell Sehenswertes oder Restaurants in Ihrer Nähe, und mit dem Eventkalender haben Sie alle Highlights im Blick.

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  • DB Ausflug App DB Ausflug App, Foto: Deutsche Bahn AG

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