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  • Turbine im Erlebnis-Kraftwerk Plessa,
        
    

        Foto: Tourismusverband Lausitzer Seenland e.V./Nada Quenzel Turbine im Erlebnis-Kraftwerk Plessa, Foto: Tourismusverband Lausitzer Seenland e.V./Nada Quenzel
    Erlebnis-Kraftwerk Plessa

    Die Stromproduktion im Stil der 1920er Jahre erleben, 12.000 Jahre alte Niederungsmoore erkunden und eine Erfrischung im DDR Kulturhaus genießen. All das ist rund um das Kraftwerk Plessa möglich.

    Die Stromproduktion im Stil der 1920er Jahre erleben, 12.000 Jahre alte Niederungsmoore erkunden und eine Erfrischung im DDR Kulturhaus genießen. All das ist rund um das Kraftwerk Plessa möglich.
    Ort: Plessa
  • Erlebnis-Kraftwerk Plessa

Vom ältesten Kraftwerk Europas über Brandenburgs größte Streuobstwiesen zum Berzitturm

Ganz gleich aus welcher Richtung man sich Plessa nähert: man sieht sie bei Tag und Nacht, die beiden hohen Schornsteine des Erlebnis-Kraftwerk Plessa. In dem kleinen Dorf Plessa steht das einzige Kraftwerk in Europa, in welchem noch gezeigt werden kann, wie in den 1920er Jahren Braunkohle in Energie, in Strom, umgewandelt wurde. Mit seiner Klinkerarchitektur im Stil der neuen Sachlichkeit und seinen 120 m hohen Schornsteinen ist es eine weithin sichtbare, einprägsame Landmarke, ein Symbol der Lausitzer Braunkohleindustrie.

Bei der 90-minütigen Führung durch das Erlebnis-Kraftwerk Plessa (1). wird Besuchern der Weg von der Anlieferung der Kohle bis zur Verstromung aufgezeigt. Teil der Führung ist auch ein Blick in das Heiligtum des Kraftwerks: Die Schaltzentrale mit ihren mit Marmor getäfelten Wänden und den edel wirkenden Messingschaltern und -hebeln. Warum wurde in so einem kleinen Ort solch ein imposantes Kraftwerk errichtet? In den 1920er Jahren befand sich in unmittelbarer Nähe der innovativste Tagebau seiner Zeit: In der Bergbaugrube Agnes arbeitete seit 1924 die erste während des aktiven Betriebes auf Gleisen fahrende Abraumförderbrücke der Welt. Damit konnte deutlich mehr Kohle gefördert werden als bisher. Die einstmals belebte und geschäftsreiche Bahnhofsstraße war einer der wichtigsten Transportwege für das Kraftwerk und die Brikettfabrik. In den 1920er Jahren konnte man hier alles kaufen. Es gab zwei Schuster und sogar einen Hutmacher, eine Drogerie, Post und Sparkasse, Haushaltswaren, Lebensmittel sowie zwei Gaststätten.

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Erlebniskraftwerk Plessa Erlebniskraftwerk Plessa, Foto: Landkreis Elbe-Elster/Andreas Franke

Bergbau und Naherholung

Die Entdecker-Tour führt per Rad durch die ehemalige Bergbaulandschaft. Zunächst vorbei an Solarfeldern, verläuft der Weg entlang historischer Gebäude und Orte der Bergbauzeit. Die heutige BMX-Bahn (2) liegt auf dem Gelände der einstigen Grubenwasser-Reinigungsanlage. Da die Kohle in den Grundwasserschichten lag, musste das Grundwasser gesenkt werden, um den Bodenschatz gewinnen zu können. Das abgepumpte Grundwasser wurde in diesen Becken gereinigt. In der 1920er Jahren wurde durch den ersten Arzt in Plessa bestätigt, dass dieses Wasser nicht „gesundheitsabträglich“ sei. Daraufhin wurde hier eine Badeanstalt für Werksangehörige errichtet. Später entstand hier das Plessaer Freibad. Durch den ehemaligen Untertageabbau und die Erschütterungen der schweren Kohlezüge waren im Lauf der Jahre die Schäden im Freibad so groß geworden, dass es abgerissen werden musste.

Dem Weg entlang der Bahnstrecke folgend befinden sich die Gebäude der ehemaligen Lehrwerkstatt. Das Plessaer Braunkohlenwerk bildete in dieser Lehrwerkstatt alle Berufe aus, die im Tagebau und der angeschlossenen Brikettfabrik gebraucht wurden. Ca. 2 km von diesem Standort in östlicher Richtung befand sich der Montageplatz der ersten Abraumförderbrücke der Welt. Daran erinnert eine Gedenktafel (3).

Der Weg führt wieder zurück und in entgegengesetzter, westlicher Richtung geht die Tour weiter. Vor über 40 Jahren endete in diesem Bereich der Tagebaubetrieb. Rekultivierung und Nachnutzung waren auch in der damaligen Zeit ein großes Thema. Auf den Hochkippen wurden erfolgreiche Versuche zum Anbau von Obst gemacht. Man pflanzte mehrere tausend Obstbäume an und gründete die erste Obstbaugenossenschaft der DDR. Einige der Streuobstwiesen (4) auf ehemaligen Tagebaukippen sind heute noch erhalten: Ein besonderes Erlebnis zur Zeit der Baumblüte!

1956 wurde nordöstlich von Plessa ein zweiter Tagebau erschlossen, der Tagebau Plessa Lauch. Bis 1964 wurde hier Braunkohle abgebaut. Übrig geblieben sind sogenannte Restlöcher, die sich im Lauf der Zeit mit Wasser gefüllt haben. Schon 1976 konnte hier das Naherholungsgebiet Grünewalder Lauch (5) eröffnet werden. Heute gibt es an diesem See mehrere Badestrände, FKK-Bereiche, einen Campingplatz (6) mit Biergarten und Kinderspielplätze. Der Seerundweg bietet tolle Ausblicke. Einkehren kann man auch im Café Lollipop (7).

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Waldgeister im Niederungsmoor „Der Loben“

Über die ehemalige Trasse der Kohlebahn, heute ein gut ausgebauter Radweg, geht es weiter durch reizvolle Landschaft. Nach ca. 1,7 km links abbiegend führt die Strecke in das Naturschutzgebiet „Der Loben“ (8). Hier entstand durch das Abschmelzen eiszeitlicher Gletscher vor ca. 12.000 Jahren ein Niederungsmoor. Dieses Moor, eines der letzten und größten der Lausitz, ist Sammel-, Schlaf- und Brutplatz von Kranichen. Besonders im Herbst, wenn die Vögel hier in großen Scharen eintreffen, lohnt daher ein Blick vom hölzernen Aussichtsturm (9). Den Weg durch das Moor weisen besondere Waldgeister. Ein Kettensägenschnitzer hat sie in Anlehnung an die germanische Mythologie gestaltet.

Nach Durchqueren der Bahnunterführung mündet der Weg auf eine Straße. Hier links abbiegend erreicht man Hohenleipisch, das auf einer kleinen Anhöhe liegt. Nach ca. 1,5 km der Straße in den Ort folgend führt die Route nach links in Richtung Reesberg. Dieser Weg führt geradeaus bis zur Grube Gotthold. Hier wurde bis 1947 Braunkohle unter Tage im Tiefbau abgebaut. Bei einem verheerenden Waldbrand fing auch das Kohleflöz Feuer und brannte unterirdisch aus. In den folgenden Jahren wurde in dieser Grube nur noch Quarzsand abgebaut. Dabei fand man interessante Sandsteinformationen (10), die noch heute am Uferbereich des entstandenen Waldsees zu sehen sind. Die Sandsteinformationen sind ein vom Land Brandenburg geschütztes Geotop, mitten im Naturschutzgebiet Forsthaus Prösa.

Der Rückweg führt durch alte Obstplantagen. Denn Hohenleipisch war berühmt für seine fleißigen Obstbauern, Kirschplantagen und Erdbeerfelder. Wieder im Ort Hohenleipisch angekommen, laden gleich zwei traditionsreiche Lokale (11 + 12) zur Pause ein. Ein weiterer wichtiger Erwerbszweig in Hohenleipisch war das Töpferhandwerk. Bis zu 25 Töpfereien gab es und das 1803 noch zu Sachsen gehörige Dorf bekam die Erlaubnis, eine eigene Töpferinnung zu gründen. In zwei über 100 Jahre alten Töpfereien (13 + 14) wird das Handwerk noch immer gepflegt.

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Obst und Mühle

Hinter der Bahnbrücke rechts lässt man Hohenleipisch hinter sich und folgt dem Weg bis zur Landstraße, dieser folgt man nach links durch weitere Streuobstwiesen und Obstplantagen bis Döllingen. In der Region um Hohenleipisch befindet sich das größte zusammenhängende Streuobstwiesengebiet des Landes Brandenburg! Daher ist es folgerichtig, das hier in Döllingen ein Pomologischer Schau- und Lehrgarten (15) existiert. Hier wachsen auf einer Fläche von drei Hektar über 150 Obstsorten. Diese Vielfalt an altbewährten und lokalen Obstsorten ist einzigartig. Im Frühling erlebt der Besucher ein buntes Blütenmeer, im Herbst können verschiedene Früchte probiert werden.

Von hier aus wird der Straße nach rechts bis Kahla gefolgt. Kurz vor dem Bahnübergang links abbiegend erreicht man die ehemalige Bergbausiedlung Waldeslust (16), nahe der ehemaligen Bergbaugrube Ada. Hier wurde 1910 eine Versuchsanlage errichtet, um das sogenannte Bertinier-Verfahren zu testen, eine Möglichkeit, minderwertige Braunkohle durch ein spezielles Trocknungsverfahren aufzuwerten. Der Berzitturm (17) ging in Probebetrieb und musste dann wie viele andere Industrieanlagen im Ersten Weltkrieg stillgelegt werden. Nach dem Krieg wurde der Turm zur Trocknung von Rübenschnitzeln genutzt, die per Bahn in die umliegenden Städte zur Bekämpfung der Hungersnot transportiert wurden. Später war der Turm Seilbahnstation zum Abtransport des in der benachbarten Grube Ada geförderten Kieses. Heute ist er eine markante Landmarke.

Dem Radweg in östlicher Richtung folgend fährt man vorbei an der ehemaligen Grube Ada. Rechts sieht man das Tal der Schwarzen Elster und die Schradenberge. Hier befindet sich mit 201,4 Metern über Null die höchste Erhebung des Landes Brandenburg. Und wieder grüßen die Kraftwerkschornsteine, die das Ende der Tour ankündigen. In Plessa lohnt sich ein Abstecher zur Elstermühle (18), einer Wassermühle, die ursprünglich aus zwei Mühlen, einer Schneide- und einer Getreidemühle bestand. Das heutige Fachwerkgebäude stammt aus dem Jahr 1710 und ist das älteste noch erhaltene Gebäude in Plessa.

Auf dem Rückweg ist das Kulturhaus Plessa (19), der ehemalige kulturelle Treffpunkt der Bergarbeiter, nicht zu übersehen. Im Jahr 1960 eingeweiht, ist es eines der wenigen erhaltenen Kulturhäuser der DDR. Dank einer Bürgerinitiative wird die kulturelle Nutzung wieder reaktiviert. Zum Abschluss der Tour kann man gut in einer der beiden regionaltypischen Gaststätten (20 + 21) einkehren.

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Sehenswürdigkeiten & Tipps

Sehenswert
1. Erlebnis-Kraftwerk Plessa
2. BMX Bahn
3. Gedenktafel „Erste Abraumförderbrücke der Welt“
4. Streuobstwiesen
5. Grünewalder Lauch
8. Naturschutzgebiet „Der Loben“
10. Sandsteinformationen
13. Töpferei Andreas Biebach
14. Töpferei Annet Lück
15. Pomologischer Schau- und Lehrgarten Döllingen
16. Bergbausiedlung Waldeslust
17. Bertzitturm
18. Elstermühle Plessa
19. Kulturhaus Plessa

Aussicht
9. Aussichtsturm

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