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Seestraße 10001983 Großräschen
Die Lausitz neu erfahren, 500 km
Jahrhundertelang
haben die Menschen in der Lausitz vom Braunkohlebergbau gelebt. Heute
haben die Landschaften zwischen Bergbau und Sanierung – die auf dem 500
km langen Fürst-Pückler-Weg entdeckt werden können – einen ganz eigenen
Reiz. So findet man derzeit eine besondere Mischung von alten
Kulturlandschaften, noch aktivem Tagebau und „neuem“ Land. Die Tour
führt durch die Zeitgeschichte der Lausitz, vorbei an traditionellen
Siedlungen und Dörfern, Schlössern und Parkanlagen, aber auch an
imposanten Denkmalen der Industriekultur.
Wegstreckenzeichen
Als Wegbezeichnung dient das blaue Karo auf weißem Grund.
Wegebeschaffenheit/Streckenausbau
Der
Weg führt über asphaltierte und verkehrsferne Radwege. In wenigen
kurzen Abschnitten findet man unbefestigte Wege in Parks und
Tagebaurandbereichen sowie Pflasterstraßen und -wege in
Ortsdurchfahrten vor.
GPX-Track
Hier können Sie sich den Tourenverlauf für Ihr GPS-Gerät herunterladen.
Kartenempfehlungen
„Landschaft
erfahren – Radwandern auf dem Fürst-Pückler-Weg“, Tourenbuch mit Karte,
1:100.000, Internationale Bauausstellung Fürst-Pückler-Land, ISBN
3-9809844-0-0, 9,50 Euro
Streckenvorschlag für 8 Tagesetappen
1. Reisen mit Pückler - 60 km
Cottbus/Branitz - Forst – Bad Muskau
Die
Tagesetappe steht ganz im Zeichen des Schaffens von Hermann Fürst von
Pückler-Muskau: Sie beginnt im Branitzer und endet im Muskauer Park.
Dazwischen liegen vom Tagebau berührte Orte, die alte Tuchmacherstadt
Forst und die reizvolle Landschaft des Muskauer Faltenbogens. Von
Jocksdorf bis nach Bad Muskau verläuft der Radwanderweg auf der Trasse
des Fürst-Pückler-Kutschweges. Auf den historischen Wegen zwischen
Muskau und Branitz ist es heute wieder möglich, wie zu Pücklers Zeiten
mit der Kutsche zu reisen.
2. Der Muskauer Faltenbogen - 48 km
Bad Muskau - Kromlau - Schleife - Spremberg
Der
eiszeitliche Gletscher, der den Muskauer Faltenbogen erschaffen hat,
übte so gewaltigen Druck aus, dass die unter ihm lagernden Sand-, Ton-
und Kohleschichten stark zusammengepresst und dann vor seinem Rand als
"Schuppen" und "Falten" aufgeworfen wurden. Auf diese Weise lagern die
Kohlevorkommen zum Teil verhältnismäßig dicht unter der Erdoberfläche,
wo sie den Menschen einfach zugänglich waren. Das Gebiet des Muskauer
Faltenbogens ist daher schon frühzeitig bergbaulich erschlossen worden.
Heute setzt die Region vor allem auf ihre landschaftlichen Reize.
Bewaldete Höhenzüge, Niederungen und zu Naherholungsgebieten
entwickelte Tagebauseen laden ebenso wie sorbisch/wendische Dörfer und
malerische Landschaftsparks die Besucher ein.
3. Die Lausitzer Seenkette - 72 km
Spremberg - Senftenberg - Lauchhammer
Im
Zuge der Braunkohlesanierung entsteht in der Lausitz eine völlig neue
Landschaft. Die nach dem Kohleabbau zurückbleibenden Restlöcher werden
zu einer Wasserlandschaft von ca. 14.000 Hektar Fläche geformt - ein
Areal, größer als die Mecklenburgische Seenplatte. Im Kernbereich
entsteht eine durch schiffbare Kanäle verbundene Seenkette, mit ca.
5.500 Hektar Wasserfläche. Anliegen des von der IBA begleiteten
Vorhabens ist es, ein breites Spektrum von Landschaftsformen und
touristischen Angeboten zu entwickeln.
4. Denkmale der Industriekultur – 61 km
Lauchhammer - Plessa - Elsterwerda - Bad Liebenwerda - Doberlug-Kirchhain
Die
Tour führt durch den Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft, zu der
auch rekultivierte Tagebaurestlöcher wie der Grünewalder Lauch und der
ehemalige Truppenübungsplatz bei Hohenleipisch gehören. Die hier
beheimateten Traubeneichenbestände, Heideflächen und Silbergrasfluren
sind ökologisch besonders wertvoll. Seltene Tierarten wie Weißstorch,
Auerhuhn, Baumfalke und Kranich finden hier Lebensraum. Und auch der
Mensch hat reichlich Möglichkeiten zur Erholung.
5. Zum IBA-Zentrum – 44 km
Doberlug-Kirchhain - Lichterfeld/F60 - Sallgast - Großräschen
Auf
dem Weg zum IBA-Zentrum in Großräschen wird immer wieder und auf ganz
verschiedene Weise deutlich, wie der Braunkohletagebau in die
Landschaft und das soziale Gefüge der Region eingegriffen hat. Man
kommt vorbei an durch den Tagebau fast zerstörten historischen Dörfern
und Parkanlagen, durch Tagebausiedlungen, die seinerzeit für die
Energiearbeiter errichtet worden waren und inzwischen an zunehmendem
Bevölkerungsschwund leiden, man sieht eine der beeindruckendsten
Industrieanlagen, die Abraumförderbrücke F60, die zum Besucherbergwerk
umgenutzt worden ist - und immer wieder begegnet man bürgerschaftlichem
Engagement, das darauf beharrt, dass das Leben in dieser Landschaft
lebenswert ist.
6. Kunst und Landschaft - 90 km
Großräschen - Pritzen - Altdöbern - Fürstlich Drehna – Luckau
Diese
Tour ist geprägt von landschaftlichen Kontrasten. Neu geschüttetes Land
grenzt an alte Kulturlandschaften. Hier ist Raum für sich neu
entwickelndes Leben - nicht nur für Menschen, auch für Pflanzen und
Tiere. Immer wieder stößt man auf Kunstwerke, die wie zufällig in den
rekultivierten Arealen stehen und Kontrast zwischen Natürlichkeit und
Künstlichkeit noch erhöhen.
7. Zum Spreewald - 63 km
Luckau - Calau - Raddusch - Burg
Durch
die Calauer Schweiz geht es in den Spreewald, eine der schönsten
Flusslandschaften Europas. Ein über hunderte Kilometer in sich
verzweigtes Wasserwegenetz war ursprünglich von Wald bedeckt. Die
landwirtschaftliche Nutzung ist den naturräumlichen Gegebenheiten
angepasst, und noch immer ist der Kahn das günstigste und manchmal
einzige Gefährt, um zu Gehöften, Wiesen und Feldern zu gelangen. Die
zweisprachigen Orts- und Straßennamen deuten darauf hin, dass der
Spreewald zum Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden gehört, die ihre
Sprache und ihr Brauchtum noch immer pflegen.
8. Nach Cottbus - 52 km
Burg - Peitz - Cottbus
Durch
die Ausläufer des Spreewaldes, der Spree selbst folgend und an
großflächigen Fischteichen entlang nähert man sich dem Ausgangspunkt
des Fürst-Pückler-Weges, der Stadt Cottbus. Die liebliche Landschaft
bietet bald die ersten Kontraste, wenn hinter den Peitzer Teichen das
Kraftwerk Jänschwalde sichtbar wird. Cottbus selbst als größte Stadt
der Lausitz ist reich an Sehenswürdigkeiten. Doch auch die Probleme der
Stadt sind unübersehbar. Die Besichtigung des Stadtumbaus im
Neubaugebiet Sachsendorf/Madlow lohnt sich, bevor man wieder bei
Pückler in seinem Branitzer Park einkehrt.
Abweichend vom vorgeschlagenen Streckenverlauf und den Tagesetappen kann die Tour an jedem beliebigen Punkt begonnen werden.
Anreise
per Auto (ein Service von Map24)per Bahn - überregional (ein Service der Bahn AG)
per Bahn - regional (ein Service des VBB)


















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