Eisenhüttenstadt - Die erste sozialistische Stadt auf deutschem Boden
Eisenhüttenstadts besonderer Reiz liegt in dem Spannungsfeld zwischen Idylle und der Betriebsamkeit einer bedeutenden Industrie. Mit dem Aufbau des Eisenhüttenkombinates schlug 1950 auch die Geburtsstunde einer neuen Stadt, gebaut auf der Flur zwischen dem alten Fürstenberg an der Oder (1255) und den Orten Schönfließ und Diehlo. Hier erleben Sie praktisch zwei Welten in einer Stadt: auf der einen Seite die sozialistische Musterstadt und andererseits das historische Fürstenberg mit seine engen Gassen, dem alten Fischerkiez und der gotischen Pfarrkirche aus dem 14. Eisenhüttenstadt (bis 1961 Stalinstadt) war die erste industrielle Stadtgründung in der entstehenden DDR, sie ist markantestes Beispiel zentraler Planungen der Industriepolitik sowjetischen Typs und ein Novum der deutschen Städtearchitektur. Die Kommune entstand am Reißbrett und war doch viel mehr als nur reine Wohnstadt zum Eisenhüttenkombinat Ost. Heute gehört Eisenhüttenstadt zu den bedeutendsten Standorten der Stahlindustrie in Europa. Das damalige EKO gehört heute zum weltgrößten Stahlkonzern der ArcelorMittal Group und hat sich zu einem modernen, leistungsstarken und zukunftsorientierten Unternehmen entwickelt, das den Pulsschlag der Region bestimmt. Bei einer Besichtigung erleben Sie die Faszination der Technik. 1993 wurde das Dokumentationszentrum für Alltagskultur in der DDR gegründet. Es sammelt und sichert Belege für die Kultur-, Sozial- und Alltagsgeschichte der DDR und umfasst 90.000 Objekte aus allen Bereichen des privaten und öffentlichen Alltags sowie eine Fachbibliothek. Zwischen zwei Armen des Oder-Spree-Kanals liegt mitten in der Stadt der attraktive Freizeitpark „Insel” mit Inselbad, Skateboardbahn, Minigolfanlage und Tiergehege. Das eigens sanierte Hauptwegenetz bietet ideale Bedingungen für Inlineskater , Radfahrer und selbstverständlich auch für Spaziergänger. Eine Vielzahl von Plastiken sind zu entdecken, die der „Insel“ durch die Verbindung von Natur und Kunst eine besondere Atmosphäre verleihen. Aber auch im Stadtbild überraschen die zahlreichen, von namhaften Künstlern geschaffenen Plastiken. In der Galerie mit der städtischen Kunstsammlung setzt sich diese Ausstellung fort. In dem mit Jugendstildekor versehenen Museumsgebäude ist auch eine Ausstellung zur Regionalgeschichte zu finden. Empfehlenswert ist auch das Feuerwehrmuseum, es ist das einzige Spezialmuseum dieser Art in Brandenburg und zählt zu den bedeutenden in Deutschland. Ein in Europa einmaliges technisches Bauwerk ist die Zwillingsschachtschleuse, die 1929 ihren Betrieb aufnahm. 12 m Höhenunterschied zwischen Kanal und Fluss werden beim Schleusen überwunden. Die ursprünglichen Antriebs- und Steuerungsanlagen sind in einem musealen Teil des Bauwerkes im Original erhalten. Heute wird die Anlage über einen modernen Leitstand gesteuert. Es ist ein Erlebnis die Schleusung mitzuerleben! Einen weiteren interessanten Kontrastpunkt setzt „Hütte”, wie es viele Einheimische abkürzend nennen, in den Diehloer Bergen. Hier liegt ein großes „Wintersportzentrum” Brandenburgs. Ob mit dem Schlitten, per Pedes oder auf Skibrettern – die Abfahrt bzw. Wanderung garantiert Spaß für alle Gäste. Zu wärmeren Jahreszeiten lädt das Zeichen „Gelbe Welle“ die Motorwassersportler ein, in Eisenhüttenstadt vor Anker zu gehen. Immerhin liegt die Stadt an einer wichtigen Wasserstraße und verbindet das Innere des Landes über den Oder-Spree-Kanal und die Oder mit unseren Nachbarländern und eigentlich sogar mit den Weltmeeren...