Pech und Brei sind sehr nützlich, wenn es darum geht, Hussiten zu vertreiben. Das bewiesen die Bernauer Bürger am 23. April 1432, einem wichtigen Datum in der städtischen Geschichtsschreibung. Jedes Jahr im Juni erinnern die Hussitenfestspiele an die rauen Turbulenzen des Mittelalters. Die historische Stadtmauer ist gut erhalten und umschließt den Stadtkern vom grünen Gürtel der ehemaligen Wallanlage über den Schwanenteich bis hin zum Stadtpark. Seit 1882 befindet sich in einem der Stadttore, dem Steintor, ein Heimatmuseum mit vielen Informationen zu traditionellen Handwerkskünsten und zur Bernauer Stadtgeschichte. Wenn man die Waffensammlung betritt, ist es, als könnte man das Rasseln der Säbel und das Explodieren der Kanonenkugeln hören. Ebenfalls an der Stadtmauer befindet sich das Henkerhaus. Hier wohnte der Mann, der die Schurken der Stadt einen Kopf kürzer machte: Davon zeugen etliche gruselige Folterwerkzeuge. Von so viel Schaudern erlöst einen der Anblick der Marienkirche in der Innenstadt. In der spätgotischen Hallenkirche sollte man auf jeden Fall einen Blick auf die filigranen Schnitzereien des außergewöhnlichen Hochaltars werfen. Nach so vielen historischen und kulturellen Eindrücken ist es höchste Zeit für eine Erfrischung! Kein Problem, denn das Bernauer Bier lädt jederzeit zu einer erquickenden Pause ein. Wer von hier aus den nahegelegenen Naturpark Barnim erkunden möchte, der braucht nur das Rad oder die Wanderschuhe und schon kann es losgehen.